Nach Haftentlassung

US-Reporterin Saberi bleibt im Iran

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Die Journalistin saß wegen angeblicher Spionage-Vorwürfe im Gefängnis. Trotz ihrer Erfahrungen plant sie derzeit nicht den Iran zu verlassen.

Die aus iranischer Haft entlassene US-Journalistin Roxana Saberi will vorerst im Iran bleiben. Sie habe noch keine Pläne, das Land zu verlassen, sagte sie am Tag nach ihrer Freilassung in Teheran. "Ich bin froh, dass ich auf freiem Fuß bin, und alles was ich im Moment will, ist, bei meinen Eltern zu sein", sagte sie am Dienstag vor ihrem Haus im Norden von Teheran. Die 32-Jährige dankte allen, die sie während ihrer knapp viermonatigen Haft unterstützt hatten.

Urteil abgemildert
Die Journalistin war im Jänner festgenommen worden, weil sie angeblich eine Flasche Wein kaufen wollte - im streng islamischen Iran eine Straftat. Später wurde die Anklage zunächst auf journalistisches Arbeiten ohne Akkreditierung und danach sogar auf Spionage für die USA erweitert. Ein Revolutionsgericht verurteilte sie zunächst zu acht Jahren Gefängnis, ehe am Montag ein Berufungsgericht die Haftstrafe auf zwei Jahre abmilderte und zur Bewährung aussetzte.

Roxana Saberi, Tochter eines Iraners und einer Japanerin aus dem US-Staat North-Dakota, hatte unter anderem für den US-Radiosender NPR gearbeitet. Sie besaß seit 2006 keine journalistische Arbeitserlaubnis für den Iran mehr. Zuletzt hatte sie an einem Buch gearbeitet. Ihre Inhaftierung hatte international auch auf politischer Ebene für Wirbel gesorgt. US-Präsident Barack Obama hatte sich persönlich für ihre Freilassung eingesetzt. Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte nach dem Urteil in erster Instanz öffentlich für ein faires Berufungsverfahren geworben.

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