Mädchen in Bergnot

10-Jährige bricht bei Hitze-Tour zusammen - Heli-Rettung

© BMI (Symbolbild)
Das Mädchen musste zusammen mit den Eltern per Polizei-Hubschrauber gerettet werden.
Zur Vollversion des Artikels

Die völlig erschöpfte zehnjährige Tochter einer Urlauberfamilie aus Tschechien hat am Samstagabend in Gosau (Bezirk Gmunden) den Polizeihubschrauber zum Großen Donnerkogel ausrücken lassen. Der 44-jährige Vater und dessen 39-jährige Freundin hatten mit dem Kind den Gipfel bestiegen und waren auf dem Rückweg falsch abgebogen. Als es der Zehnjährigen vor Erschöpfung immer schlechter ging, setzte der Mann den Notruf ab, berichtete die Polizei in einer Presseaussendung.

Um 11.00 Uhr startete die Familie den Einstieg in den beliebten Klettersteig. Bei einer Wegkreuzung bog das Trio dann in Richtung Strichkogel ab. Nach einem ersten Telefonat mit der Alpinpolizei wollten die Wanderer noch selber absteigen. Weil sich der Zustand der Tochter weiter verschlechterte, rückte um kurz nach 19.00 Uhr der Polizeihubschrauber aus. Alle drei wurden unverletzt ins Tal geflogen.

Wandergruppe verirrte sich auf unmarkiertem Steig

Nur wenig später musste der Polizeihubschrauber eine andere erschöpfte Wandergruppe aus Tschechien vom Traunstein in Gmunden holen, die wegen einer Wanderapp ihre Tour völlig unterschätzt hatte. Die beiden Männer im Alter von 22 und 27 Jahren sowie die zwei 22-jährigen Frauen wollten den Traunsee-Klettersteig begehen, nachdem sie den Traunstein bereits erklommen hatten. Am Einstieg bemerkten sie den Schwierigkeitsgrad und wollten über den unmarkierten Zierlersteig ins Tal, den ihnen die App anzeigte. Die Gruppe verstieg sich und kam nicht mehr weiter, die beiden Frauen klagten auch über ihre Erschöpfung. Kurz vor 20.00 Uhr erreichte die Flugpolizei der Notruf, die das verirrte Wander-Quartett am Tau ins Tal flog.

Die Hitze bescherte den oberösterreichischen Bergrettern bereits mehr als doppelt so viel Arbeit: Allein im Juli wurden 75 Alarmierungen verzeichnet - im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum 33. Den Grund sieht man in der anhaltenden Hitze kombiniert mit Fehleinschätzungen bei der Tourenplanung. Bereits am Freitag warnte die Bergrettung in einer Presseaussendung ausdrücklich, dass sich immer öfter Bergsteiger dabei auf Apps verlassen und so in Gelände geraten, das ihre Fähigkeiten übersteigt.