Nigeria
1.500 Paare heiraten bei Massenhochzeit
m Norden Nigerias haben 1.500 Paare bei einer staatlich organisierten Massenhochzeit geheiratet. Die zweitägige Zeremonie im Teilstaat Kano richtete sich an Menschen, die sich eine Hochzeit aus finanziellen Gründen anders kaum leisten können.
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Jede Braut erhielt nach Angaben der Regionalregierung eine Mitgift von 200.000 Naira (rund 126 Euro) sowie Unterstützung für die Gründung eines Kleinunternehmens. Die Paare bekamen zudem Haushaltsgegenstände wie Betten, Matratzen und Decken.
Vor der Hochzeit wurden die Paare überprüft und beraten. Es ist bereits das zweite Mal, dass eine Massenhochzeit dieser Art von Gouverneur Abba Kabir Yusuf organisiert wurde.
Die Regierung bezeichnet das Programm als Teil ihrer Sozialpolitik zur Unterstützung einkommensschwacher Familien und zur Förderung gesellschaftlicher Stabilität. Unter den Neuverheirateten befinden sich auch Menschen, die ihre Familien durch gewaltsame Angriffe verloren haben.
Im Norden immer wieder gewaltsame Angriffe
Vor allem im Norden des Landes finden immer wieder gewaltsame Angriffe statt, bei denen oft auch systematisch Schulkinder entführt werden. Häufig fordern die bewaffneten Gruppen, darunter die militante islamische Gruppe Boko Haram, aber auch kriminelle Banden, hohe Lösegelder.
Erst am Mittwoch gab die nigerianische Regierung die Befreiung von 308 Menschen bekannt. 163 davon waren im Februar im Teilstaat Kwara entführt worden, die übrigen 145 aus dem benachbarten Teilstaat Niger.
Mindestens 25 Kinder sollen in der Zeit der Gefangenschaft aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen jedoch gestorben sein, während mindestens zwölf von Boko Haram rekrutiert worden sein sollen.
Seit 17 Jahren ist die Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria aktiv. Während sie vor allem im Nordosten Nigerias Anschläge verübt, hat sie ihre Aktivitäten zuletzt auch auf Zentralnigeria ausgeweitet. Der bekannteste Fall ist die Entführung von 276 Schülerinnen aus einer Schule in Chibok im Jahr 2014, deren Schicksal weltweit für Entsetzen sorgte.