Rodeln

30 Mio. für Weltpremiere: Innsbrucks Eisbahn vor Härtetest

© GEPA pictures/ Daniel Schoenherr
Nach den Problemen im Vorjahr nimmt Innsbrucks WM-Projekt Fahrt auf. Die neue Eisbahn steht vor ihrer entscheidenden Bewährungsprobe.
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Innsbruck rüstet sich für eine Weltpremiere. Anfang Februar 2027 werden in Innsbruck-Igls erstmals die Weltmeisterschaften im Kunstbahn- und Alpin-Rodeln gemeinsam ausgetragen. Herzstück der Doppel-WM ist der um 30 Millionen Euro umgebaute Olympia-Eiskanal. Doch bevor dort um Gold, Silber und Bronze gekämpft wird, muss die Bahn noch eine wichtige Hürde nehmen.

Mitte November steht eine internationale Trainingswoche auf dem Programm. Verläuft diese erfolgreich, kann die noch ausstehende offizielle Zulassung durch den Weltverband FIL abgeschlossen werden. Laut den Veranstaltern liegen die Vorbereitungen drei Monate vor der WM im Plan.

Nach Weltcup-Absage soll jetzt alles passen

Der Weg zur Heim-WM war alles andere als reibungslos. Im November 2025 scheiterte die technische Zulassung der umgebauten Bahn gleich zweimal. Die Folge: Der geplante Rodel-Weltcup in Innsbruck-Igls musste abgesagt werden.

Seither wurde nachgebessert. Am großen Ziel, die beiden Rodel-Weltmeisterschaften erstmals an einem Ort auszutragen, hielt man trotz der Rückschläge fest.

"Die Vorzeichen waren nicht einfach", erinnerte sich Rodel-Austria-Präsident Markus Prock am Mittwoch bei einem Medientermin in Innsbruck. Doch Aufgeben kam für die Verantwortlichen nicht infrage. "Wir haben gesagt, wir bringen das hin", erklärte der frühere Weltklasse-Rodler.

Auch die neue Alpin-Rodelbahn steht kurz vor der Fertigstellung. Sie soll nach der WM auch der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Prock will seine eigene Heim-WM übertreffen

Für Markus Prock ist Innsbruck-Igls ein besonderer Ort. 1987 holte er auf der Heimbahn WM-Gold im Einsitzer, zehn Jahre später folgten Silber hinter Georg Hackl und Gold im Teambewerb.

Jetzt will der Verbandspräsident nicht nur sportlich an diese Zeiten anknüpfen, sondern auch bei der Stimmung neue Maßstäbe setzen.

"Damals waren brutal viele Leute da. Das wollen wir aber toppen. Unser Anspruch ist es, ein richtiges Rodelfest zu machen, eine Veranstaltung, über die noch jahrelang geredet wird", sagte Prock.

Kindl jagt bei dritter Heim-WM die nächste Medaille

Einer, der für österreichische Medaillen sorgen soll, ist Wolfgang Kindl. Der Tiroler erlebt mit 38 Jahren bereits seine dritte Heim-WM. 2007 ging er als 18-Jähriger erstmals in Innsbruck an den Start, 2017 dominierte er mit Gold im Einsitzer und Sprint.

Inzwischen ist Kindl auch im Doppelsitzer mit Thomas Steu erfolgreich. Bei der WM 2027 könnte er in gleich fünf Bewerben antreten.

"Der Hunger ist immer noch groß, die Vorfreude auf die WM riesig", erklärte Kindl. Seine Erfahrung könnte dabei entscheidend werden: "Es ist wichtig, wenn man weiß, was es bedeutet, wenn der Kreisel brennt."

Auch auf der neuen Alpinbahn gibt es rot-weiß-rote Medaillenhoffnungen. Gesamtweltcupsiegerin Riccarda Ruetz holte erst vor zwei Jahren bei der Heim-WM im Kühtai Silber.

"Von einer Heim-WM zur anderen zu hüpfen, ist ein Wahnsinn", sagte die Tirolerin. "Am liebsten würde ich schon jetzt meine Rodel packen und runterfahren."

Für FIL-Präsident Einars Fogelis hat die Veranstaltung ohnehin historische Bedeutung. "Es war ein historischer Vorschlag vom österreichischen Verband. Wir zeigen erstmals, wie das ist, wenn beide Sparten zusammen auftreten."