Hitzewelle

40 Grad, aber Wiener Kühlzonen sind zu

© APA/ROLAND SCHLAGER
Die Hitzewelle in Wien steuert am Wochenende auf ihren vorläufigen Höhepunkt mit Temperaturen von bis zu 40 Grad zu. Doch ausgerechnet jetzt bleiben die meisten von der Stadt beworbenen "Coolen Zonen" für die Bevölkerung geschlossen. Das sorgt für heftige politische Kritik, zwingt die Stadt zum Einlenken und ruft Hilfsorganisationen auf den Plan.
Zur Vollversion des Artikels

Die von der Stadt Wien ins Leben gerufenen "Coolen Zonen" bieten im Sommer kostenfreie, klimatisierte Rückzugsorte ohne Konsumzwang.

Doch am kommenden Samstag und Sonntag, wenn die Temperaturen die 40-Grad-Marke knacken, bleiben 30 der 34 Hitzeräume komplett geschlossen. Der Grund: Viele dieser Zonen befinden sich in städtischen Immobilien wie Büchereien oder Amtshäusern, die am Wochenende standardmäßig zu haben. Besonders bitter: Selbst die Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz, die samstags geöffnet hätte, muss wegen einer defekten Klimaanlage geschlossen bleiben.

"Absurd und zynisch": Grüne üben scharfe Kritik

Nach anhaltender Kritik gab es am Freitagnachmittag doch noch Bewegung in der Debatte:

Bezirk Neubau: Dank ehrenamtlicher Helfer öffnet der Hitzeraum im neuen Stadtquartier sophie7.

Pensionistenclubs: Das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) kündigte laut ORF an, dass drei weitere "Coole Zonen" doch noch am Wochenende aufsperren. Ein Fehler auf der Website habe die Öffnung zuvor fälschlicherweise nicht angezeigt.

Caritas "Not-Klimaoasen": Die Hilfsorganisation öffnet am Samstag die Krypta der Pfarre Canisius (Alsergrund) und am Sonntag den schattigen Garten der Pfarre Atzgersdorf (Liesing) für Betroffene, insbesondere für Obdachlose und Armutsbetroffene.

Frühere Öffnungszeiten für Familienbäder

Auch bei den Wiener Bädern wird kurzfristig nachgebessert. Um der extremen Hitzewelle entgegenzuwirken, sperren die Familienbäder am Wochenende bereits um 10:00 Uhr statt wie ursprünglich geplant erst um 13:00 Uhr auf. Diese Sonderregelung gilt ab sofort bis zum offiziellen Ferienbeginn am 3. Juli.