"Gegenmaßnahme"

50 Prozent! Trump verhängt Strafzölle gegen Kanada

Betroffen sind Güter wie Wein, Hockeyschläger, Zement, Möbel und Kleidung im Wert von 20 Mrd. Dollar.
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Die USA verschärfen den Handelsstreit mit ihrem Nachbarn Kanada und erheben einen Strafzoll von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Produkte. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte am Dienstag, die Zölle seien eine "Gegenmaßnahme" für handelspolitische Schritte der kanadischen Regierung, die sich gegen US-Milchprodukte sowie alkoholische und sonstige Getränke richteten.

"Dies ist eigentlich nur eine Gegenmaßnahme für das, was sie unseren großartigen US-Unternehmen angetan haben", sagte der Minister dem Sender Fox Business Network. Er warf Kanada eine "stark diskriminierende" Haltung bei Molkereiprodukten vor und verwies darauf, dass alkoholische und sonstige Getränke aus den USA aus Verkaufsregalen in Kanada entfernt worden seien.

Trump greift zu fast 100 Jahre altem Gesetz

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag Zölle auf kanadische Waren im Wert von fast 20 Milliarden US-Dollar angekündigt – als Reaktion auf die von dem nördlichen Nachbarn verhängten Vergeltungszölle auf US-Autos, Stahl, Aluminium und Spirituosen sowie auf dessen hohe Zölle für Milchprodukte. Die neuen Abgaben sollen am 19. August in Kraft treten. Zur Begründung berief sich Trump auf Artikel 338 des Zollgesetzes von 1930.

Betroffen sind laut US-Regierung unter anderem Produkte wie Wein, Hockeyschläger, Zement, Möbel und Kleidung. "Während die Regierung weiter faire und gegenseitige Handelsabkommen sichert, übt Kanada im Gegensatz zu anderen Partnern und Verbündeten weiter Vergeltung gegen die Vereinigten Staaten", sagte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer in einer Erklärung. Die Ankündigung folgte auf Drohungen Trumps, Kanada die Kosten für die Bekämpfung von Waldbränden in Rechnung zu stellen.

Gespräche sollen trotz Eskalation weitergehen

Greer kritisierte, dass Kanada anderen Ländern bessere Handelsbedingungen gewähre. Die US-Regierung wolle, dass diese Probleme gelöst würden, sagte er am Dienstag dem Sender CNBC. Trump wolle das Handelsdefizit senken und es solle mehr Automobilproduktion in die USA verlagert werden. Greer betonte, er habe eine gute Beziehung zu seinen kanadischen Kollegen. Die Gespräche seien nicht abgebrochen worden und würden fortgesetzt. Es müssten allerdings Ergebnisse erzielt werden, die gut für US-Unternehmen seien.

Der kanadische Ministerpräsident Mark Carney erklärte, seine Regierung habe umfassende Vorschläge zum Beilegen des Handelskonflikts gemacht. Trumps frühere Zölle hätten gegen das nordamerikanische Handelsabkommen verstoßen. "Dieser Handelsstreit hat die Kosten für Familien erhöht, insbesondere in den USA", sagte Carney.