Illegaler Verkauf

60 Kilo im Rucksack: Bergwacht schnappt Schwammerldealer!

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Die Kärntner Bergwacht hat in Maria Saal den illegalen Handel mit einer gewaltigen Menge an Steinpilzen aufgedeckt und unterbunden. Ein Mann hatte sechs Kilogramm getrocknete Pilze – was rund 60 Kilogramm Frischware entspricht – im Internet zum Verkauf inseriert.
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Ein ungewöhnliches Verkaufsangebot auf der Online-Plattform "willhaben" sowie in den sozialen Medien rief in Kärnten die Gesetzeshüter auf den Plan. Ein Anbieter offerierte dort sechs Kilogramm getrocknete Steinpilze zu einem Verkaufspreis von 1.500 Euro. Umgerechnet entspricht dieses Volumen einer Frischpilzmenge von rund 60 Kilogramm. Die Bergwacht Kärnten stieß im Zuge ihrer Kontrollen auf die Anzeige und leitete unverzüglich Schritte ein.

Um den unrechtmäßigen Verkäufer auf frischer Tat zu ertappen, vereinbarten die Einsatzkräfte der Bergwacht einen vermeintlichen Kauftreffpunkt in der Gemeinde Maria Saal im Bezirk Klagenfurt-Land. Zuvor stimmten sich die Beamten eng mit der örtlichen Polizeiinspektion Maria Saal ab, um beim Zugriff personell abgesichert zu sein.

Die Fakten zum Einsatz in Maria Saal im Überblick:

  • Beschlagnahmte Menge: 6 Kilogramm getrocknete Steinpilze (entspricht ca. 60 kg Frischpilzen)
  • Geforderter Kaufpreis: 1.500 Euro auf der Verkaufsplattform "willhaben"
  • Tatort: Maria Saal (Bezirk Klagenfurt-Land)
  • Verdächtiger: Italienischer Staatsbürger, trat bei Konfrontation unkooperativ und fast aggressiv auf
  • Konsequenzen: Sicherstellung der Pilze, Anzeige sowie 300 Euro Sicherheitsleistung vor Ort
  • Verwendungszweck: Spende der beschlagnahmten Pilze an ein lokales Pflegeheim

Täter reagierte bei Konfrontation aggressiv

Der Händler erschien pünktlich wie vereinbart mit einem Rucksack am Treffpunkt, um den lukrativen Verkauf abzuwickeln. Als sich die Einsatzkräfte zu erkennen gaben und den Mann über die geltende Rechtslage aufklärten, schlug die Stimmung augenblicklich um. Der Verdächtige verhielt sich vollkommen unkooperativ und reagierte den Bergwächtern gegenüber fast aggressiv.

Wie sich herausstellte, agierte der Anbieter keineswegs laienhaft. "Die Pilze waren professionell vakuumiert und mit einem eigenen Firmenlogo versehen", berichtete Udo Skumauz, der Einsatzleiter der Kärntner Bergwacht, im Gespräch mit dem Nachrichtenportal "5 Minuten". Bei dem ertappten Händler handelte es sich um einen italienischen Staatsbürger. Die Beute wurde von den Einsatzkräften umgehend sichergestellt, zudem hoben die Behörden direkt an Ort und Stelle eine Sicherheitsleistung in Höhe von 300 Euro ein. Auf den Mann wartet nun ein entsprechendes Verwaltungsverfahren samt empfindlicher Geldstrafe. Die vakuumierte Ware verdirbt jedoch nicht: Sie wird einem Pflegeheim gestiftet.

Strenges Pilzgesetz seit dem 30. September aktiv

Einsatzleiter Skumauz verweist in diesem Zusammenhang auf die rigorosen naturschutzrechtlichen Bestimmungen in Österreich. Mit dem offiziellen Ende der Pilzsaison am 30. September treten drastische Einschränkungen in Kraft. Ab diesem Stichtag ist nicht nur das Abernten über der Freimenge untersagt, sondern auch jeglicher Transport, das Anbieten, das Inverkehrbringen sowie der kommerzielle Verkauf gesetzlich verboten.

Gesetzliche Richtlinien und Kritik der Einsatzkräfte:

  • Reguläre Obergrenze: Maximal 2 Kilogramm Frischpilze pro Tag und Person
  • Saisonende: Seit 30. September sind Transport und Verkauf restlos untersagt
  • Kritik an Regelungslücke: Die Grenze von 2 Kilogramm gilt formal auch für Trockenpilze
  • Verhältnismäßigkeit fehlt: 2 Kilo Trockenware entsprechen rund 18 Kilo Frischware (Faktor neun)
  • Forderung: Bergwacht drängt seit Längerem auf Novellierung und Anpassung der Umrechnungsformel

Tägliche Streifen wegen feuchter Witterung

Weil die Pilze aufgrund der aktuellen milden und feuchten Wetterlage derzeit sprichwörtlich aus dem Waldboden sprießen, patrouillieren die Kärntner Bergwächter momentan täglich in den Forsten und überwachen einschlägige Plattformen. Nach Angaben von Skumauz tappen dabei keineswegs nur ausländische Sammler in die Falle; auch zahlreiche Einheimische missachten die geltenden Verbote. Zudem gehen bei den Behörden laufend Meldungen und Hinweise aus der aufmerksamen Bevölkerung ein.