Rapid-Schützenfest
8:0-Gala: DAS konnte Hoff Thorup in seiner Karriere noch nie
Bei Rapid läuft's! Heftig zu spüren bekam das am Sonntag in der Fußball-Bundesliga der GAK, der mit 8:0 aus dem Allianz Stadion geschossen wurde. Es ist der höchste Heimsieg der Hütteldorfer seit dem Neubau und der Einweihung der Arena 2016. "Ich glaube, das war das erste Mal in meiner Trainerkarriere, dass ich tatsächlich Momente hatte, in denen ich mich zurücklehnen und es einfach genießen konnte, meiner Fußballmannschaft zuzusehen", schwärmte Coach Johannes Hoff Thorup.
Für den Dänen war es der höchste Sieg seiner Trainerkarriere. Dass im achten Saisonspiel der achte Erfolg mit acht Toren zelebriert wurde, bescherte Rapid die Tabellenführung vor Meister LASK aufgrund des besseren Torverhältnisses. Hoff Thorup war dementsprechender Laune. "Es war ein guter Fußball von uns, mit vielen guten Momenten, viel hoher Qualität. Aber am wichtigsten ist die Mannschaft, die bei allem zusammenhält. Die dafür sorgt, dass wir die Fehler der anderen ausgleichen, die dafür sorgt, dass wir die Laufwege füreinander gehen", meinte der 37-Jährige nach dem höchsten Liga-Heimsieg Rapids seit 42 Jahren. In den Bundesliga-Annalen sind nur fünf Partien höher ausgefallen.
Viererpacker Adamsen
Seine Bundesliga-Torpremiere wird Stürmer Tonni Adamsen, der vor der Saison aus Dänemark kam, so schnell nicht vergessen. Gleich vier der acht Treffer gingen auf sein Konto. "Das ist natürlich wunderbar. Aber man muss auch anerkennen, dass vieles davon eine Teamleistung war. Das ist das Ergebnis der Arbeit, die die Mannschaft von hinten aufgebaut hat", erklärte der 31-Jährige.
Dass Adamsen auf der Zehnerposition gut mit Sturmtank Ercan Kara, der gegen den GAK zweimal traf, funktioniert, freute den Coach. "Ich finde, wir sehen im Moment wirklich gute Leistungen, wenn sie gemeinsam auf dem Platz stehen. Tonni hat ein gutes Gespür für die richtige Position im Strafraum", sagte Hoff Thorup, der auch die Leistung von Yusuf Demir lobte. "Er spielt auf einem ganz anderen Niveau, als ich es bisher von ihm gewohnt war. Vor allem ohne Ball arbeitet er im Moment unglaublich hart."
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Dass Rapid nach der 5:0-Führung zur Pause auch in der zweiten Hälfte auf Betriebstemperatur agierte, imponierte dem Dänen. "Nur wenn wir jede Minute des Spiels voll ausnutzen, können wir uns als Mannschaft verbessern", meinte Hoff Thorup. "Natürlich gibt es derzeit mit acht Siegen viele positive Aspekte. Es gab in allen Spielen auch weniger gute Momente. Mir hat aber die Reaktion der Mannschaft bisher gefallen. Das ist es, was für mich zählt. Es wird auch schwierige Momente geben, und da brauchen wir diese Stärke." Gefragt wird diese am Donnerstag im Play-off der Conference League bei den Hearts in Edinburgh sein. Fehlen könnte dort Verteidiger Jakob Schöller, der am Sonntag kurz nach seiner Einwechslung verletzt vom Platz musste.
"Grottenschlecht": Niedergeschlagenheit beim GAK
Fassungslosigkeit herrschte derweil bei den Grazern. "Es war grottenschlecht. Wir sind von Anfang an unter die Räder gekommen", sagte ein gezeichneter Ferdinand Feldhofer leise. Der Coach entschuldigte sich bei "allen, die mit dem GAK sympathisieren. Es ist ein sehr, sehr bitterer Moment - für mich persönlich sportlich gesehen der schlimmste Moment als Spieler und Trainer. Und das sagt einiges." Man habe gegen Rapid keine Chance gehabt. "Wir haben in beiden Hälften versagt. Das muss man zur Kenntnis nehmen und auch so ansprechen."
Die Trainingswoche werde keine einfache werden. "In den normalen Alltag werden wir nicht übergehen. Das ist ein zu einschneidendes Spiel gewesen", erklärte Feldhofer. Er werde mit den Spielern das Geschehene besprechen und dann jene "Schritte setzen, die wir für nötig halten. Und dann gilt es, am Freitag ein anderes Gesicht zu zeigen". Dann heißt der Gegner Ried.