Umgestaltung

A23 vor dem Aus? Wiens Tangente soll zum Park werden

© APA/ROLAND SCHLAGER
Der geplante Lobautunnel soll die meistbefahrene Südost-Tangente (A23) bis in die 2040er-Jahre entlasten. Schon jetzt wird intensiv über deren Nachnutzung debattiert.
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Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) fordert: "Wenn es eine Nordostumfahrung um Wien gibt, ist für mich vollkommen klar, dass die Tangente dann für den Transit gesperrt werden muss [...] wir können die Tangente dann zurückbauen."

Verkehrsplanerin Barbara Laa bezweifelt zwar eine echte Entlastung, da ein neuer Tunnel "auch zusätzlichen Verkehr generiert", wünscht sich für die A23 aber: "Ich denke, dass auf jeden Fall für den öffentlichen Verkehr eine Verbindung vorhanden sein sollte."

Begrünung als Umgestaltung

Statt eines Abrisses fordern Experten eine Umgestaltung, um die städtische Trennlinie aufzuheben. Architekturjournalist Wojciech Czaja meint: "Sinnvoll wäre es, das Brückenbauwerk als solches zu erhalten." Er empfiehlt begrünte Parks, da die Tangente derzeit eine "vollkommen unbeschattete, massive Asphalt- und Betonfläche" sei. Vergleichen ließe sich dies mit dem Viaduc des Arts in Paris, die Highline in New York oder dem Seoullo Garden in Seoul, wo ein Park "für Fußgängerinnen, für Radfahrer, für E-Scooter-Fahrerinnen und eine zusätzliche, attraktive, begrünte Verbindungsachse" errichtet wurde.

Der Seoullo Garden - eine ehemalige Hochstraße. © Getty Images

Landschaftsarchitekt Thomas Kerekes setzt auf aktive Mobilität, etwa durch einen "zusätzlichen Stadtwanderweg", Lauf- oder Radstrecken, die Anrainer mitgestalten sollen. Czaja wünscht sich für solche Projekte generell mehr Mut: "Es tut mir sehr leid, dass wir so viel Angst vor Rückbau und vor Zerstörung haben [...] im Sinne von Ermöglichung neuer Schaffensräume."