Pickerl-Pflicht

Ab 1. Oktober: Aus für E-Mopeds auf Radwegen

© Christian Fürthner
In nur wenigen Tagen sind E-Mopeds auf Österreichs Radwegen Geschichte. Die schweren Fahrzeuge werden künftig wie Mopeds behandelt und müssen daher auf die Straße.
Zur Vollversion des Artikels

Der 1. Oktober bringt eine wichtige Neuerung für den österreichischen Verkehr mit sich: E-Mopeds der Klasse L1e-B, die bisher rechtlich fast wie Fahrräder galten, werden zu Kraftfahrzeugen. Soll heißen: Ab dem oben genannten Stichtag dürfen sie nicht mehr auf Radwegen fahren, sondern müssen auf die Fahrbahn wechseln. Kennzeichen, Zulassung, Haftpflichtversicherung, Pickerl, Führerschein und Helmpflicht werden damit einhergehend verpflichtend.

Dieser Schritt kommt nicht überraschend. Regelmäßige Messungen hatten gezeigt, dass beinahe zwei Drittel der E-Mopeds deutlich schneller als die erlaubten 25 km/h unterwegs sind. Experten sehen dabei vor allem das hohe Gewicht als Problem. Viele der bisherigen E-Mopeds bringen bereits leer zwischen 70 und 80 Kilogramm auf die Waage. Mit Fahrer und Gepäck steigt die Masse weiter an. Zum Vergleich: Ein klassisches Mofa wiegt rund 46 Kilogramm. Das führe laut Fachleuten zu einem deutlich geringeren Sicherheitsgefühl auf den Radwegen.

Vor allem Essenszusteller werden die Änderungen zu spüren bekommen. Etliche von ihnen dürften künftig auf Fahrräder oder E-Bikes umsteigen, wie es in anderen Ländern bereits üblich ist. Um den bevorstehenden Wechsel zu erleichtern, plant das Mobilitätsministerium von 2026 bis 2029 spezielle Verkehrssicherheitstrainings für Zusteller. Die Kurse werden von Radfahrschulen angeboten, Anmeldungen sind ab 1. Oktober möglich.

Stimmen zur neuen Regelung

"Ein Fahrzeug, das aussieht wie ein Moped, fährt wie ein Moped und so schwer ist wie ein Moped, sollte kein Fahrrad sein – und deshalb braucht es hier faire und nachvollziehbare Regeln. Ab 1. Oktober gehören diese Fahrzeuge auf die Straße und nicht mehr auf den Radweg. Zusätzlich müssen sie auch den Anforderungen der hohen Verkehrssicherheitsstandards eines Kraftfahrzeuges entsprechen. Damit schaffen wir mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig war uns wichtig, den Menschen ausreichend Zeit für die Umstellung zu geben und sie bei dem Umstieg auf beispielsweise Fahrräder oder E-Bikes zu unterstützen", erklärt Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ).

"Als Stadt Wien haben wir seit 2023 für ein Verbot im Sinne der Sicherheit auf Radwegen gekämpft, haben aber bei der damals zuständigen grünen Verkehrsministerin Gewessler kein Gehör gefunden. E-Mopeds sind in vielen Fällen viel zu schnell unterwegs und sind auch aufgrund ihres Gewichts eine echte Gefahr für Radfahrende und Fußgänger. Radfahrende sollen auf den Radwegen sicher unterwegs sein – für sie errichten wir laufend neue Radwege, allein im Hauptradwegenetz wurden in den vergangenen Jahren in Wien über 100 Kilometer neue Radwege errichtet, heuer kommen über 12,5 km neu dazu und es freut mich sehr, dass nun endlich ein E-Moped-Verbot kommt ", ergänzt Wiens Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).