In Hallstatt, Mondsee und Wien sorgen große Besucherströme für volle Straßen, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und wachsenden Unmut. Eine ORF-Reportage "Am Schauplatz" zeigt, wie sehr der Alltag der Einheimischen inzwischen vom Tourismus geprägt ist.
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Besonders deutlich wird das in Hallstatt im Salzkammergut. Das UNESCO-Weltkulturerbe-Dorf zählt nur rund 740 Einwohner, zieht aber jährlich Hunderttausende Tagesgäste an. 2025 wurden laut APA rund 1,2 Millionen Besucher gezählt – ein neuer Rekord. Eine Anwohnerin bringt die Situation gegenüber dem ORF auf den Punkt: "Ab 10 Uhr gehört der Ort den Touristen." Einkäufe und Arzttermine erledige sie deshalb möglichst früh am Morgen. Für eine weitere Bewohnerin wird bereits der Weg zum Ortsausgang zur Geduldsprobe: Die rund 1,3 Kilometer können bis zu 20 Minuten dauern. Auch Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ) sieht kaum Entlastung: "Richtig durchschnaufen kann man eigentlich bei uns nie."
Zwar ist die Zahl der Reisebusse auf 54 pro Tag begrenzt, dennoch kommt es laut Gemeinde weiterhin zu Verkehrsproblemen. Eine bessere Besucherlenkung soll helfen, eine Pkw-Zufahrtsbeschränkung wird diskutiert.
Auch Mondsee profitiert von seiner Bekanntheit als Drehort des Filmklassikers "The Sound of Music". In Wien wiederum sorgten rund 8,8 Millionen Gästenächtigungen im ersten Halbjahr 2025 für einen Rekord. Beim Hundertwasserhaus bekommen Anwohner die touristische Aufmerksamkeit unmittelbar zu spüren.
Tourismusforscher sehen unter anderem Kurzzeitvermietungen als Problem, weil sie Wohnraum verknappen und Mieten erhöhen können. Expertin Cornelia Dlabaja setzt vor allem auf eine gezielte Lenkung der Besucherströme. Eintrittsgelder sieht sie kritisch: Sie könnten den Eindruck verstärken, dass der Lebensraum der Einheimischen zur touristischen Kulisse wird.