Alarm trotz Freigabe

Abwasser-Skandal bei Traum-Strand auf Teneriffa

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Der berühmte Playa Jardín hat ein großes Abwasserproblem. Täglich fließen Tausende Kubikmeter Abwasser ins Meer. Auf eine Lösung muss man weiterhin warten.
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Teneriffa lockt jährlich mit türkisblauem Meer, Palmen und Sonne Millionen von Urlaubern an. Jedoch sorgt einer der bekanntesten Strände der Kanaren-Inseln für negative Schlagzeilen. Am Playa Jardín in Puerto de la Cruz gelangen laut unter anderem "Teneriffa News" täglich riesige Mengen Abwasser ins Meer.

Derzeit werden rund 13.000 Kubikmeter unzureichend gereinigtes Abwasser pro Tag ins Meer geleitet. Die vorhandene Kläranlage kann nur etwa 7.000 Kubikmeter pro Tag aufbereiten.

Für fast ein Jahr gesperrt

Am Strand werden immer wieder erhöhte Fäkalbakterien-Werte festgestellt. Diese können bei Menschen Magen-Darm-Erkrankungen oder Hautinfektionen auslösen. Wegen der schlechten Wasserqualität war der Playa Jardín sogar für fast ein Jahr gesperrt. Nach umfangreichen Kontrollen und Sanierungsmaßnahmen konnte der Strand im Juni 2025 wieder freigegeben werden.

In einer Pressemitteilung erklärte die Inselverwaltung von Puerto de la Cruz, dass die Wiederöffnung dank der Zusammenarbeit der Stadt, des Inselrats von Teneriffa (Cabildo de Tenerife) und der Regierung der Kanarischen Inseln ermöglicht wurde. Aber: Das grundlegende Problem ist weiterhin nicht gelöst.

Kritiker skeptisch

Die Kläranlage auf der Insel ist nur zweistufig. Die notwendige dritte Stufe hätte laut den zuständigen Behörden schon beim Bau der Anlage im Jahr 1990 durchgeführt werden sollen. In Wirklichkeit wurde das Projekt mit einer 35-jährigen Verspätung in Angriff genommen. Die Erweiterung der Kläranlage soll frühestens 2028 fertiggestellt werden und rund 21 Millionen Euro kosten.

Kritiker sind weniger überzeugt über das Projekt. Sie bezweifeln, dass die geplante Erweiterung langfristig ausreichen wird. Die wachsende Bevölkerung und Touristenzahlen können die zusätzlichen Kapazitäten in wenigen Jahren wieder übertreffen.

Kein Einzelfall

Wie "Teneriffa News" berichtet, ist der Fall Playa Jardín kein Einzelfall. Schon zum Jahresanfang wurde über Abwasserprobleme auf den Kanarischen Inseln berichtet. Jede zweite Einleitung soll demnach illegal ins Meer führen.

Die Hauptursachen sind laut Experten die fehlenden oder veralteten Kläranlagen sowie unzureichende Kanalisation. Spanien musste wegen der klaren EU-Vorgaben für Abwasserreinigung bereits mehrfach Millionenstrafen bezahlen.