Australien besiegt
Ägypten nach Elferkrimi im WM-Achtelfinale
Ägypten schreibt bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko weiter Geschichte. Nach dem erstmaligen Aufstieg aus der Gruppenphase meisterten die "Pharaonen" am Freitag auch ihre erste K.o.-Hürde und zogen ins Achtelfinale ein. Nach einem 1:1 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung setzten sich die Afrikaner in Dallas gegen Australien im Elfmeterschießen mit 4:2 durch. Dort vergaben aufseiten Australiens Kapitän Harry Souttar (drüber) und Lucas Herrington (Latte).
Die Ägypter, darunter Stürmerstar Mohamed Salah in Panenka-Manier, verwerteten vor 70.244 Zuschauern hingegen souverän. In der Partie brachte Emam Ashour (13.) den Aufsteiger in Führung, ein Eigentor von Mohamed Hany (55.) führte zum Ausgleich. Während die "Socceroos", bei denen sich ein Tormannwechsel vom zuvor starken Patrick Beach zu Mathew Ryan in der 119. Minute nicht auszahlte, die Heimreise antreten müssen, geht es für die Ägypter am Dienstag (18.00 Uhr MESZ) in Atlanta gegen Titelverteidiger Argentinien oder Underdog Kap Verde.
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Cristian Volpato setzte in einer gegenüber dem 0:0 gegen Paraguay unveränderten australischen Startelf den ersten Akzent, sein Schuss ging drüber (5.). Die Ägypter nutzten mit dem rechtzeitig fit gewordenen Salah hingegen gleich ihre erste und zugleich einzige Topmöglichkeit vor der Pause. Nach einer Flanke von Karim Hafez köpfelte Ashour ein. Die Australier hatten mehr vom Spiel, ein Schuss von Aziz Behich, den Mostafa Shoubir hielt (35.), und ein weiterer von Volpato, der daneben ging (45.+1), blieben allerdings das Nennenswerteste.
Kopfball-Eigentor brachte Ausgleich
Wenige Sekunden nach Wiederbeginn hätte Omar Marmoush die Vorentscheidung herbeiführen müssen, schob den Ball aus elf Metern aber vorbei. Kurz danach gab es eine Schrecksekunde. Hany blieb nach einem Zweikampf regungslos am Boden liegen, konnte nach einer Behandlungspause allerdings weitermachen. Für ihn ging es trotzdem bitter weiter. Einen Freistoß von Aiden O'Neill beförderte er bei einem Klärungsversuch unglücklich ins eigene Tor. Sonst gab es auf beiden Seiten meist hohe Bälle in den Strafraum, der Siegtreffer lag aber nur im Finish zweimal wirklich in der Luft und das auf ägyptischer Seite.
Australiens Tormann Patrick Beach drehte einen Kopfball von Ramy Rabia nach Salah-Flanke sehenswert über die Latte (90.+3). Zudem rettete das Knie von Souttar bei einem Schuss von Haissem Hassan (90.+6). In der Verlängerung verzichteten beide Teams auf großes Risiko, die Ägypter schafften es aber in Hälfte zwei zumindest, den Gegner in die eigene Hälfte zu drängen. Marawan Attia (109.) und Ashour (112.) vergaben die besten Chancen. Das rächte sich aufgrund der Stärke vom Punkt nicht.
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Zu einem kuriosen Zwischenfall war es am Donnerstag gegen Mittag im Teamhotel der Ägypter gekommen. Videos in sozialen Netzwerken zeigten Rangeleien und hitzige Wortwechsel zwischen Sicherheitskräften und Mitgliedern der ägyptischen Delegation. Mittendrin: Ibrahim Hassan, Zwillingsbruder von Trainer Hossam Hassan. Wie Medien berichteten, hinderte ein Security-Mitarbeiter nach Angaben des ägyptischen Verbandes ein Kind daran, ein Foto mit den Spielern zu machen. Ibrahim Hassan sei daraufhin eingeschritten, um das Kind zu schützen. Dabei sei es zu einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Sicherheitspersonal gekommen. Ägyptische Fans hatten sich vor dem Hotel versammelt, um die Spieler zu begrüßen und Fotos sowie Autogramme zu bekommen. Die Polizei von Dallas bestätigte den Einsatz. Die Situation sei aber noch vor Ort geklärt worden, hieß es.