Billiger Hitzeschutz
Alufolie am Fenster: SO viel bringt der virale Sommer-Trick wirklich
Wenn die Sonne stundenlang auf Süd- oder Westfenster scheint, heizen sich Räume besonders schnell auf. Das liegt daran, dass ein großer Teil der Sonnenenergie durch die Verglasung ins Zimmer gelangt und dort Böden, Wände und Möbel erwärmt. Bei üblichen Fenstern können laut Verbraucherzentrale etwa 60 bis 70 Prozent der einfallenden Sonnenenergie in den Raum gelangen.
Genau hier setzt der Alufolien-Trick an: Die glänzende Oberfläche reflektiert einen Teil der Sonnenstrahlung, bevor diese den Wohnraum aufheizt. Das Prinzip funktioniert also tatsächlich. Ganz so einfach, wie es in sozialen Netzwerken aussieht, ist die Sache aber nicht.
Wie viele Grad bringt Alufolie am Fenster?
Eine pauschale Gradzahl lässt sich nicht nennen. Wie stark die Folie wirkt, hängt von der Größe und Ausrichtung des Fensters, der Verglasung, der Dauer der direkten Sonneneinstrahlung, der Dämmung des Gebäudes und dem Lüftungsverhalten ab.
Klar ist jedoch: Wird die direkte Sonne wirksam vom Fenster ferngehalten, heizt sich der Raum langsamer auf. Besonders bei großen, unbeschatteten Glasflächen kann der Unterschied deutlich spürbar sein. Ein Raum, der sich normalerweise bereits am Vormittag stark erwärmt, bleibt länger angenehm.
Wunder sollte man sich trotzdem nicht erwarten. Ist die Wohnung nach mehreren heißen Tagen bereits komplett aufgeheizt, kann auch Alufolie die gespeicherte Wärme in Wänden und Möbeln nicht einfach verschwinden lassen.
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Außen ist der Hitzeschutz am wirksamsten
Der wichtigste Punkt bei jedem Sonnenschutz lautet: Die Sonnenstrahlen sollten möglichst gestoppt werden, bevor sie durch die Scheibe gelangen. Deshalb sind außenliegende Rollläden, Raffstores, Fensterläden oder Markisen besonders effektiv.
Wird reflektierendes Material erst im Innenraum angebracht, ist die Sonnenstrahlung bereits durch das Glas gelangt. Zwar kann noch ein Teil wieder nach außen reflektiert werden, die Scheibe selbst wird jedoch stärker erwärmt. Auch professionelle Sonnenschutzfolien sind auf der Außenseite in der Regel wirksamer als innen angebrachte Varianten.
Achtung: Alufolie nicht direkt auf die Scheibe kleben
Was im Internet wie ein genialer Ein-Euro-Hack aussieht, kann für moderne Fenster problematisch werden. Alufolie sollte nicht einfach direkt auf die Innen- oder Außenseite einer Isolierglasscheibe geklebt werden.
Der Grund: Erwärmen sich einzelne Bereiche der Scheibe stärker als andere, entstehen thermische Spannungen. Besonders eine nur teilweise mit Folie bedeckte Scheibe kann sich ungleichmäßig aufheizen. Im schlimmsten Fall kann dadurch ein Riss oder thermischer Glasbruch entstehen.
So lässt sich der Trick sicherer anwenden
Wer reflektierendes Material als kurzfristigen Hitzeschutz verwenden möchte, sollte es nicht direkt auf das Glas kleben. Besser ist eine abnehmbare Lösung, die mit etwas Abstand vor dem gesamten Fenster angebracht und am Fensterrahmen befestigt wird. Die reflektierende Seite zeigt dabei nach draußen.
Wichtig ist, dass die Konstruktion sicher befestigt ist, nicht vom Wind erfasst werden kann und keine Fluchtwege oder Fenstermechanismen blockiert. In einer Mietwohnung sollte außerdem vor Veränderungen an der Außenseite des Gebäudes die Zustimmung der Hausverwaltung oder Vermieter eingeholt werden.
Bei modernen Doppel- und Dreifachverglasungen ist es sinnvoll, im Zweifelsfall beim Fensterhersteller nachzufragen. Professionelle Sonnenschutzfolien müssen zur jeweiligen Glasart passen und sollten fachgerecht montiert werden.
Diese Alternativen sind besser als Alufolie
Langfristig sind richtige Außenrollos, Raffstores oder Markisen die sicherste und wirksamste Hitze-Lösung. Wer nichts montieren darf, kann auf passende Sonnenschutzmatten, helle Thermovorhänge oder speziell für die vorhandene Verglasung geeignete Fensterfolien setzen.
Zusätzlich gilt: In der Nacht und am frühen Morgen kräftig querlüften. Sobald die Außentemperatur wieder höher als die Temperatur in der Wohnung ist, sollten Fenster und Sonnenschutz geschlossen bleiben.