Di., 21 Uhr

Giganten-Halbfinale: Spanien kracht auf Frankreich

Zwei Fußballspieler aus Frankreich und Spanien vor einem Stadion mit dem WM-Pokal im Hintergrund.
© Getty
Das "Finale vor dem Finale" steigt am Dienstag (21.00 Uhr/ORF 1) in Dallas. Spaniens Ballkünstler treffen auf Frankreichs Starensemble, das sogar noch ohne Gegentor in der K.o.-Phase durch die WM marschiert ist.
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Lamine Yamal gab sich davon unbeeindruckt. "Wenn sie jemanden fürchten müssen, dann uns", sagte Spaniens Jungstar forsch in Richtung der Franzosen. "Wir haben keine Angst." Mit nur einem Gegentreffer im Turnier präsentiert sich "La Roja" selbst als Defensivbollwerk.

Auch für Lamine Yamal ist das 101. von 104 Spielen der Nordamerika-WM eine Art vorweggenommenes Finale. "Für mich sind wir die beiden besten Mannschaften dieser WM", befand der Dribblanski vom FC Barcelona nach dem Halbfinaleinzug gegen Belgien (2:1). Er glaube, ergänzte Lamine Yamal, "seit Beginn der WM hat jeder dieses Spiel erwartet. Ich freue mich riesig darauf."

Lamine Yamal erinnert an gewonnene Duelle

Auch der sonst so nüchtern kommentierende spanische Teamchef Luis de la Fuente kam angesichts der Begegnung ins Schwärmen. "Es wird ein fantastisches Spiel. Das wird das Finale vor dem Finale. Die zwei besten Teams im Turnier", sagte er. Für Spanien kam seit dem Titelgewinn 2010 stets bereits im Achtelfinale das Aus, Frankreich hingegen feierte 2018 den Titel und stand auch 2022 im Endspiel. "Natürlich treffen wir auf einen ganz großen Giganten des Fußballs, aber wir sind in der Lage, dieses Spiel zu gewinnen", meinte De la Fuente.

Die Hoffnungen der Iberer ruhen, wie könnte es anders sein, auf Lamine Yamal, der am Montag Geburtstag feierte. Vielleicht gelingt ihm ja mit 19 der ganz große Auftritt, auf den die Welt bei dieser WM noch wartet. Sein Team könne mit dem größtmöglichen Selbstvertrauen in die Partie gehen, behauptete der Teenager, dem die Schlagzeilen gehören. "Wir sind die, die sie schon hinausgeworfen haben", betonte Yamal mit Blick auf die letzten Begegnungen - ein 2:1 im EM-Halbfinale 2024 und ein 5:4 im Halbfinale der Nations League vor einem Jahr.

Offensivwucht trifft auf Abwehrfestung

Spaniens Abwehr gleicht in Nordamerika bisher einer Festung. Weniger als zehn Bälle flogen direkt auf das Tor von Keeper Unai Simon. Doch nun wird die hochkarätigste Offensive, die der Weltfußball aktuell zu bieten hat, dagegen anstürmen. Kylian Mbappe (8 Tore) oder Ousmane Dembele (5) fanden, mitunter genial eingesetzt von Michael Olise, noch gegen jeden Gegner eine Lücke. Viermal bereits erzielten die "Bleus" drei Tore oder mehr bei dieser WM. Sie bewiesen aber nicht nur spielerische Klasse, sondern behielten auch kühlen Kopf - wie beim umkämpften 1:0 im Achtelfinale gegen Paraguay.

Befürchtungen, als Mbappe beim 2:0 im Viertelfinale gegen Marokko mit eingebundenem Knöchel auf der Bank Platz nahm, erwiesen sich als unbegründet. "Ich habe einen Schlag auf den Knöchel bekommen, aber es ist alles in Ordnung", sagte Mbappe. Im Wettschießen mit Lionel Messi (21 Tore) um den WM-Rekord steht für den 20-fachen WM-Torschützen also die nächste Runde an.

Frankreich um drittes WM-Endspiel in Folge

Frankreich spielte in vier der jüngsten sieben WM-Endspielen mit. Gedanken an das Finale am 19. Juli in East Rutherford verbat sich die "Equipe tricolore" jedoch. "Wir bleiben bescheiden, wir werden nicht in diese Falle tappen", versprach Verteidiger Ibrahima Konate. Für den scheidenden Teamchef Didier Deschamps wäre mit einem Erfolg gegen Spanien der dritte Einzug in ein WM-Finale in Serie verbunden. Das hat bisher noch kein Nationaltrainer geschafft. Der 57-Jährige hat Frankreich noch einmal weiterentwickelt. Von einer Mannschaft, die mit defensiver Stabilität und gnadenlosem Umschaltspiel 2018 Weltmeister wurde zu einem spielstärkeren Team, das sich nicht mehr vollkommen auf Mbappes Brillanz wie noch 2022 verlässt.

Eine Auswahl, die laut dem Superstar noch Luft nach oben hat. "So wie es derzeit aussieht, ist es nicht die beste Nationalmannschaft, in der ich je gespielt habe, aber vielleicht die mit dem größten Potenzial, mit der wir optimistisch in die Zukunft blicken können", sagte Mbappe. "Das ist eine Mannschaft, mit der wir träumen können, auch wenn die besten Mannschaften diejenigen sind, die gewinnen." Besondere Zuschreibungen hält der 27-Jährige deshalb (noch) für verfrüht. "Wir müssen uns erst noch beweisen, ehe man uns als unbesiegbar, oder wie auch immer, bezeichnen kann."

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