Maßnahmen gefordert

Experten schlagen Hitze-Alarm

Drei junge Menschen kühlen sich bei Hitze am Hochstrahlbrunnen in Wien ab.
© APA/ROLAND SCHLAGER
Anlässlich des Gedenktags für die Opfer der Klimakrise am 15. Juli schlagen die Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Samariterbund Alarm.
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Die Folgen der Erderhitzung seien auch in Österreich deutlich spürbar, teilten sie mit. Hitzewellen würden zunehmen, länger dauern und die Gesundheit der Menschen gefährden. Laut dem Hitze-Mortalitätsmonitoring der AGES sind im Sommer des Vorjahres 449 Menschen an Hitze in Österreich gestorben, hieß es in der Mitteilung.

Daher appellieren Greenpeace und der Samariterbund an die Bundesregierung, die Bevölkerung in Hitzeperioden zu schützen und Städte hitzefit zu machen."Hitze tötet leise - sie ist ein stiller Killer, der unsere zubetonierten Städte und schlecht isolierten Wohnungen in Backöfen verwandelt. Es braucht dringend langfristige Maßnahmen von der Bundesregierung: mehr Geld für Gebäudesanierungen, mehr Grün in unseren Städten und ein sozial gerechtes Mietsystem, das Mietminderungen bei mangelhaftem Hitzeschutz gesetzlich verankert", sagte Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich. Eine Reform der Mietzinsbildung hätte die Bundesregierung im Regierungsprogramm versprochen - Ergebnisse würden bis dato nicht auf dem Tisch liegen, kritisierte der Experte.

Mehr Rettungseinsätze bei Hitze

"Extreme Hitze kann lebensgefährlich sein", unterstrich auch Samariterbund-Bundeschefarzt Michael Gruska. "An besonders heißen Tagen steigen die Rettungseinsätze um bis zu 20 Prozent, weil Kreislaufbeschwerden, Hitzschlag und andere gesundheitliche Notfälle zunehmen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie Kinder. Deshalb braucht es einen wirksamen Hitzeschutz und gezielte Präventionsmaßnahmen."

Stadtzentren besonders betroffen

In Städten spüre man die Hitze mehr als auf dem Land, wo es untertags im Schnitt um rund 2,5 Grad kühler ist als in Stadtzentren, hieß es in der gemeinsamen Presseaussendung. In den Nachtstunden beträgt die Differenz demnach sogar vier bis sechs Grad. Gerade die fehlende nächtliche Abkühlung könne den Körper zusätzlich belasten. Um das Gesundheitsrisiko zu minimieren, empfiehlt der Samariterbund, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu meiden, ausreichend zu trinken, luftige Kleidung zu tragen sowie Wohnräume nachts zu lüften und tagsüber kühl zu halten. Körperliche Anstrengungen und Sport im Freien sollten nach Möglichkeit in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden.

ABD0111_20260624 - WIEN - ÖSTERREICH: ++ THEMENBILD ++ Junge Menschen suchen bei großer Hitze am Mittwoch, 24. Juni 2026, Abkühlung am Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz in Wien. Große Hitze hat zur Zeit weite Teile Europas fest im Griff. - FOTO: APA/ROLAND SCHLAGER
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Klar ist laut den Organisationen aber auch: Die Maßnahmen, die Einzelne gegen die Hitze setzen können, haben ihre Grenzen. Daher appellieren Greenpeace und Samariterbund an die Bundesregierung, den Hitzeschutz der Bevölkerung ernst zu nehmen und gesetzlich zu verankern.

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