Interview
Ambros: "Angst vor dem Tod? Schau ich so aus!"
"Wenn so eine Legende wie Sie vor einem steht –was geht einem da durch den Kopf? Ganz einfach: "Zwickt’s mi, i man i tram!" Selbst Bundespräsident Alexander van der Bellen kommt bei Wolfgang Ambros ins Schwärmen. Am Mittwoch verlieh er dem Austropop-Kaiser den Ehrentitel „Professor". Im Anschluss ging‘s für "Professor Ambros" im Fiaker zum "Plachutta". Für Kalbsbutterschnitzel und das große oe24-Interview:
Sollen wir Sie nun mit Herr Professor ansprechen?
Wolfgang Ambros: Man kann mich anreden, wie man will. Natürlich auch gerne mit 'Herr Professor Ambros', aber darauf bestehen werde ich nicht!
Professor Ambros, wie klingt das für Sie?
Ambros: Sehr ungewohnt! Und ich weiß ja bis jetzt noch nicht, wie ich dazu komme. Ein Professor ist doch jemand, der den Leuten irgendwas beibringt.
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Was bringen Sie den Leuten noch bei?
Ambros: Ich jetzt wahrscheinlich nix mehr. Aber ich habe es vielleicht schon getan. Zumindest hat das Herr Bundespräsident so gesagt. Und ich habe da nichts hinzuzufügen. Die Jahre sind ins Land gezogen und ich bin wichtiger geworden in den Erinnerungen der Generationen, die mich noch kennen. Denn muss ja schon ehrlich sagen: Die jungen Leute sind zwar oft in meinen Konzerten, können aber sonst weniger mit mir anfangen.
Dabei sind Sie doch der Austropop-Kaiser!
Ambros: Aber man darf sich nicht überbewerten. Das ist ein Blödsinn. Aber diesen Titel zu Lebzeiten noch zu erhalten, da bin ich wirklich sehr dankbar.
Auch weil es nicht mehr so viele Auszeichnungen geben wird?
Ambros: Ich wüsste ja nicht, was noch geht. Ich bin in Wien ausgezeichnet worden. In Tirol. Vom Land Niederösterreich. Ich wüsste nicht was da noch kommen sollte.
Am 19. März werden Sie 75. Wie werden Sie feiern?
Ambros: Überhaupt nicht! Wozu denn? Ich kann doch nicht alle 5 Jahre ein Riesen TamTam aufführen. Der 70er war schon einmal sehr wild. Was will man denn da noch draufsetzen. Vielleicht feiere ich den 77er wieder groß (lacht). Und natürlich schon vorher unseren 10. Hochzeitstag am 17. Februar.
Dazu gibt’s zum 75er auch eine neue Tour "Das Aller-Allerbeste"
Ambros: Der Titel ist ein Blödsinn. Es ist dasselbe Programm. Wir werden dafür nichts groß ändern, denn es gibt ja immer das Beste vom Besten. Die Hite. Immer! Bis mir der Saft ausrinnt. (lacht) 2027 wird es aber keine "Pur" Konzerte geben, denn das ist mörderisch anstrengend.
Welche Motivation haben Sie noch? Brauchen Sie die Bühne?
Ambros: Nein. Was ich brauche, weiß ich eigentlich gar nicht. Aber es ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Was soll ich denn sonst machen?
Sehen Sie sich mit 80 auch noch auf der Bühne?
Ambros: Sicher nicht! Ich passe schon auf, dass es nicht zu viel wird.
Will man zum 75er noch einmal am Donauinselfest spielen?
Ambros: Nein, das möchte ich nicht! Die Donauinsel ist nicht mehr die Donauinsel, die sie einmal war. Da habe ich eigentlich nichts mehr verloren! Ich muss mich dort nicht unbedingt profilieren. Wenn ich spiele, dann möchte ich dort spielen, wo ich mich wohlfühle. Die Donauinsel mag ich nicht mehr!
Wie sieht’s mit der Stadthalle aus?
Ambros: Das würde mir gefallen Da gibt es ja angeblich niemanden, der dort öfter gespielt hat als ich.
Zuletzt überraschten Sie mit einer neuen Single: "Die Sunnseit’n vom Leben"
Ambros: Ich bin dazu von meiner Mitarbeiterschaft gezwungen worden. Was hätte ich denn sonst sagen sollen.
Im Video kokettieren Sie auch mit dem Tod? Haben Sie Angst vor dem Tod?
Ambros: Schau ich so aus? (lacht) Man weiß ja nie, wie man sterben wird. Das ist schon so eine Sache. Aber ich glaube nicht, dass es mir noch widerfahren würde, dass ich einen grässlichen Tod sterbe. Ich glaube, ich werde einfach sterben. Ohne viel TamTam
Keith Richards sagt ja, er würde am liebsten auf der Bühne sterben …
Ambros: Nein! Auf der Bühne? Vor den ganzen Leuten? Wie schaut denn das aus. Das ist ja furchtbar. Nein, dass will ich nicht!
Zuletzt wurden auch wieder Ihre Zwillinge, zu denen es seit Jahren keinen Kontakt gibt, thematisiert
Ambros: Ich kann nichts dafür. Sie haben sich entfremdet.
Aber Sie würden Ihnen, wenn sie sich melden, natürlich wieder die Türe aufmachen?
Ambros: Das weiß ich nicht, denn so ganz natürlich ist das nicht. Immerhin bin ich ja auch nicht niemand. Und wie soll ich damit umgehen?