Sanft war erst vor wenigen Wochen durch einen der spektakulärsten Mordprozesse der US-Musikgeschichte international in den Fokus gerückt. Er verteidigte Duane "Keffe D" Davis, den bislang einzigen Mann, der wegen des Mordes an Tupac Shakur angeklagt und verurteilt wurde. Im August wurde Davis schuldig gesprochen, im Oktober folgte das Urteil: 40 Jahre bis lebenslange Haft.
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Tupac starb mit nur 25 Jahren
Der Mord an Tupac Shakur beschäftigte die US-Justiz jahrzehntelang. Am 7. September 1996 wurde der Rapper nach einem Boxkampf in Las Vegas in einem BMW angeschossen. Sechs Tage später erlag der damals 25-Jährige seinen Verletzungen.
Lange Zeit wurde niemand für die Tat zur Verantwortung gezogen. Erst 2023 nahm die Polizei Duane "Keffe D" Davis fest. Er galt als bekannte Figur aus dem Umfeld der Gang "South Side Compton Crips". Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, den tödlichen Angriff organisiert und die Waffe bereitgestellt zu haben. Dass Davis selbst geschossen haben soll, behauptete die Anklage nicht.
Besonders brisant: Davis hatte sich über Jahre hinweg in Interviews und in seinen Memoiren ausführlich zur Tat und seiner Rolle in jener Nacht geäußert. Seine Verteidiger versuchten im Prozess, diese Aussagen als übertriebene Geschichten und nicht als echtes Geständnis darzustellen.
Anwalt zweifelte an Aussagen seines Mandanten
Sanft ging dabei ungewöhnlich deutlich mit seinem eigenen Mandanten ins Gericht. Frühere Aussagen von Davis seien nicht glaubwürdig, argumentierte die Verteidigung. Das "Los Angeles Magazine" zitierte den Anwalt mit der drastischen Einschätzung, Davis habe bei seinen früheren Erzählungen "full of crap" – also nur Unsinn – geredet.
Doch die Geschworenen folgten dieser Argumentation nicht. Nach dem Schuldspruch zeigte sich Sanft enttäuscht, gab sich aber weiterhin kämpferisch. Er habe das bestmögliche Team für seinen Mandanten zusammengestellt und wisse nicht, was er anders hätte machen können. Davis selbst habe ihn anschließend aufgemuntert und erklärt, das sei erst "Phase eins".
Kampf gegen das Urteil geplant
Der Verurteilte und sein Anwalt wollten gegen das Urteil vorgehen. Sanft sollte den juristischen Kampf gegen die Verurteilung weiterführen. Mit seinem plötzlichen Tod stellt sich nun die Frage, wer die Verteidigung von Davis übernehmen wird.
Sanft war seit Jahren in der Anwalts-Szene von Las Vegas tätig und hatte nach Angaben seiner Kanzlei mehr als 150 Prozesse geführt. Zu seinen prominenten Mandanten zählte auch die frühere Las-Vegas-Stadträtin Michele Fiore. Sie war in einem aufsehenerregenden Betrugsverfahren verurteilt und später von US-Präsident Donald Trump begnadigt worden.