Jagd nach Pele-Rekord
Argentinien fordert Spanien: Das WM-Finale der Superlative in New York
Das mit Spannung erwartete Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am kommenden Sonntag bringt ein absolutes Novum in der Geschichte des Sports. Wenn im legendären MetLife Stadium in East Rutherford bei New York der amtierende Champion Argentinien auf Europameister Spanien trifft (21:00 Uhr/live ORF 1 & Sport24-Liveticker), stehen sich erstmals überhaupt der Titelverteidiger und der regierende König von Europa in einem WM-Endspiel gegenüber. Für die schier unschlagbaren Argentinier geht es dabei um den ganz großen Coup: Sie könnten nach Italien (1938) und Brasilien (1962) erst die dritte Nation der Geschichte werden, die den begehrten Goldpokal erfolgreich verteidigt.
Dabei blickt dieses Giganten-Duell auf eine überraschend dünne WM-Historie zurück. Erst ein einziges Mal standen sich die beiden Fußball-Großmächte bei einer Endrunde gegenüber. Vor exakt 60 Jahren, bei der Weltmeisterschaft 1966 in England, behielten die Südamerikaner in der Gruppenphase mit 2:1 die Oberhand. Das letzte freundschaftliche Aufeinandertreffen im Jahr 2018 endete für die "Albiceleste" allerdings in einem historischen 1:6-Debakel in Madrid. Eigentlich hätte das prestigeträchtige Duell schon im März bei der "Finalissima" in Katar über die Bühne gehen sollen, wurde wegen des Iran-Kriegs jedoch abgesagt.
Historische Pleite für Bayern und Real Madrid
Abseits des Rasens sorgt eine statistische Sensation für großes Aufsehen in der Fußballwelt. Zum ersten Mal seit fast einem halben Jahrhundert – genauer gesagt seit dem Finale 1978 – wird kein einziger Spieler des deutschen Rekordmeisters Bayern München in einem WM-Finale auf dem Platz stehen. Damit reißt eine der beeindruckendsten Serien der Sportgeschichte auf extrem bittere Weise.
Noch kurioser präsentiert sich die Situation beim spanischen Nobelklub Real Madrid, der im Finale komplett durch Abwesenheit glänzt. Erstmals überhaupt wurde für den spanischen WM-Kader kein einziger Akteur der "Königlichen" nominiert. Auch aufseiten der Argentinier sucht man Real-Legionäre vergebens: Zwar verdienen gleich sieben argentinische Teamspieler ihr Geld in der spanischen Primera Division, ein Vertrag beim weißen Ballett hat davon jedoch keiner.