In Wien haben die ersten Arbeiten an mit Asbest belasteten Straßen begonnen. Betroffene Abschnitte in der Rosenhügelstraße und der Anton-Freunschlag-Gasse wurden bereits mit einer zusätzlichen Asphaltschicht versiegelt. Das teilte die MA 28 auf Anfrage von ORF Wien mit. Damit soll das belastete Material vollständig eingeschlossen werden. Die Arbeiten sollen nun schrittweise auf weitere betroffene Flächen ausgeweitet werden.
Asbest in fünf Straßen nachgewiesen
Bekannt geworden war das Problem im Sommer. Laboruntersuchungen im Auftrag der Stadt bestätigten im Juli Asbest in zumindest fünf Straßen. Neben den beiden bereits versiegelten Bereichen waren auch die Bertegasse, die Wernergasse und die Stieglergasse betroffen.
"Asbest ist im Asphalt sehr gut gebunden und kann grundsätzlich nicht freigesetzt werden", erklärte Wolfgang Ablinger, stellvertretender Leiter der MA 28, gegenüber ORF Wien. Die zusätzlichen Maßnahmen sollen dennoch für möglichst hohe Sicherheit sorgen. Greenpeace sieht die Lage kritischer. Die Umweltorganisation hatte die Asbest-Funde ursprünglich öffentlich gemacht und warnt davor, dass auf stark befahrenen Straßen durch die Belastung Fasern freigesetzt werden könnten.
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Weitere Verdachtsstellen werden geprüft
Für kleinere und weniger stark befahrene Flächen setzt die Stadt neben einer neuen Asphaltschicht auch auf einen Dünnschichtbelag. Damit können Stellen abgedeckt werden, ohne den bestehenden Belag aufzufräsen oder aufzubrechen. Wie groß das Problem tatsächlich ist, bleibt vorerst offen. Im Juli war noch von rund 40 Verdachtsfällen die Rede.
Auf einer Greenpeace-Karte sind mittlerweile 54 mögliche Stellen in Wien eingetragen. Auch diese werden laut MA 28 überprüft. Mehrere Verdachtsfälle hätten sich bei Untersuchungen zuletzt allerdings nicht bestätigt. Einen aktuellen Gesamtstand zu allen überprüften Flächen nannte die Stadt gegenüber ORF Wien nicht. Die Untersuchungen würden laufend ausgeweitet.
Kosten noch nicht absehbar
Offen ist auch, wie teuer die Sicherung der betroffenen Straßen wird. Eine Gesamtschätzung liegt laut Stadt derzeit nicht vor. Ebenso ist noch unklar, aus welchen Steinbrüchen das belastete Material ursprünglich kam. Die Stadt prüft laut ORF Wien zudem, ob rechtliche Schritte gegen damals beauftragte Baufirmen möglich sind. Bei aktuellen Straßenbauarbeiten werde jedenfalls kein asbesthaltiges Material mehr eingesetzt. Verdächtige Straßenflächen können weiterhin bei der MA 28 gemeldet werden. Ob tatsächlich Asbest enthalten ist, lässt sich laut Stadt allerdings nicht allein anhand des Aussehens feststellen.