Opfer berichten

Attacke im Kurpark Oberlaa: "Dachte, Pepi steht nicht mehr auf"

© zVg./privat
Wegen einer Diskussion rund um ein Fahrverbot prügelten drei Jugendliche mit voller Wucht auf Josef L. (53) und seine Partnerin Verena H. (50) ein.
Zur Vollversion des Artikels

Heftige Szenen haben sich letzten Freitag im Kurpark Oberlaa abgespielt. Dort griffen drei Jugendliche gegen 22 Uhr Josef L. und Verena H., die gerade vor Ort waren, brutal an (oe24 berichtete).

Verena und Josef sind auch ein paar Tage nach der Attacke unter Schock. © zVg.

Die beiden Opfer erlitten zum Teil heftige Prellungen. Josef (53), auch Pepi genannt, hatte es besonders schwer getroffen. Nach der brutalen Attacke war sein Körper mit Wunden übersät, zudem erlitt er eine leichte Gehirnerschütterung und musste ins Spital. Auf Fotos, die oe24 zur Verfügung gestellt wurden, sind die Verletzungen nach dem Angriff deutlich zu sehen.

Einer der jungen Angreifer auf dem Elektro-Roller. © zVg.

Vier Tage nach der furchtbaren Attacke mitten im Favoritner Erholungsgebiet sind die beiden Betroffenen noch immer unter Schock. Gegenüber oe24 schildern sie nun ihre Geschichte. "Wir waren gerade alleine vor Ort, als die drei Jugendlichen uns ansprachen, wann der Park geschlossen werde." Einer von Ihnen sei dabei mit seinem E-Moped herumgefahren. "Da das aber im Park verboten ist, machten wir ihn ganz normal darauf aufmerksam", so Verena H.

Für kurze Zeit sei das Trio schließlich verschwunden, dann aber nach 22 Uhr wieder aufgetaucht. "Als ihnen Pepi dann noch einmal erklärte, dass das Gefährt im Kurpark nicht erlaubt sei und ihnen das Verbotsschild zeigen wollte, schlug plötzlich einer von hinten ganz ohne Vorwarnung mit der Faust gegen seinen Hinterkopf", schildert Verena weiter.

Die Jugendlichen prügelten auf das Paar ein

Ihr Partner sei dann zu Boden gesunken. "Obwohl er schon am Boden lag, schlugen und traten alle drei Jungs auf ihn ein", so die 50-Jährige. "So eine Brutalität habe ich persönlich noch nie erlebt. Ich dachte, Pepi steht nicht mehr auf."

Sie hätte selbst versucht, die Jugendlichen von ihrem Partner wegzuziehen. "Ich dachte, sie hätten wenigstens vor einer Frau Respekt. Doch dann gingen sie auch gegen mich los." Sie schlugen Verena H. so fest ins Gesicht, dass ihre Brille zerbrach, Josef L. lag währenddessen regungslos am Boden.

Josef L. nach der brutalen Attacke. © zVg.
Der Körper des 53-Jährigen ist mit Wunden übersäht. © zVg.

Erst als eine Zeugin, welche die Szenen beobachtet hatte, zum Handy griff und die Polizei alarmierte, ließen die jungen Angreifer endlich von dem Paar ab, klauten das Handy und ergriffen die Flucht.

Im Rahmen einer sofort eingeleiteten Fahndung konnten Polizisten die drei Tatverdächtigen, zwei 15- und ein 17-Jähriger, wenig später bei der Otto-Probst-Siedlung in Favoriten fassen und vorläufig festnehmen. Das geklaute Handy wurde mithilfe einer Ortungs-App in einem Gebüsch gefunden und sichergestellt.

Josef musste nach der Attacke ins Spital, Verena wurde mit leichten Verletzungen nach Hause entlassen. "Was uns besonders trifft: Alle drei sind wieder auf freiem Fuß", so die 50-Jährige. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde das Trio wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung, Sachbeschädigung und des Diebstahls angezeigt.

"Der Schock bei uns sitzt noch immer natürlich tief, die Brutalität wie die Jugendlichen vorgegangen sind, ist heftig. Wir hätten zumindest auf eine Entschuldigung gehofft, aber die kommt wahrscheinlich eh nicht", so das Opfer.