Kahlschlag
Aus für Quiz-Show – Caro Athanasiadis rechnet mit dem ORF ab
Es sind harte Worte, die man in dieser Deutlichkeit selten aus dem Umfeld des Wiener Küniglbergs hört. Die bekannte Moderatorin und Kabarettistin Caroline Athanasiadis sorgt auf Social Media für dicke Luft und massive Diskussionen. Der Grund dafür ist ein drastischer Schritt des Senders: Der ORF setzt beim Sparkurs offenbar den Rotstift direkt beim Publikum an und verabschiedet sich von erfolgreichen Quiz-Formaten.
"Das ist das Ende!": Erfolgsformate eiskalt abserviert
In einer mehrteiligen Bilderstrecke auf Instagram lässt Athanasiadis die Bombe platzen. Das beliebte Vorabend-Quiz "Smart 10", das sie selbst erfolgreich moderierte, wird demnach komplett eingestellt. Doch damit nicht genug des Kahlschlag-Szenarios: Auch das Wissensformat "Q1", präsentiert von ihrem Kollegen Oliver Polzer, wird laut ihren Angaben nicht weiter produziert. Sogar über dem absoluten Flaggschiff der österreichischen Quiz-Unterhaltung hängen dichte Gewitterwolken, denn ob es mit der "Millionen Show" überhaupt noch weitergeht, steht laut der Moderatorin aktuell völlig in den Sternen.
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Athanasiadis zeigt sich zutiefst betroffen und betont, sie sei bestürzt darüber, dass die Österreicherinnen und Österreicher im Jahr 2027 keine neuen Quizsendungen mehr sehen werden. Weder von ihr noch von ihrem Kollegen werde es in diesem Bereich neuen Content geben.
Die Ursache: Der Clinch um die Mehrwertsteuer
Der ORF steht seit geraumer Zeit unter einem massiven finanziellen Druck. Den Sündenbock für die aktuelle Misere sieht die Moderatorin allerdings nicht zwingend in der Führungsebene am Küniglberg, sondern direkt bei der Bundesregierung. Sie erklärt die vermeintliche Wurzel des Übels: Rund 160 Stunden lustig-informative Unterhaltung werden dem Publikum gestrichen, weil die Regierung dem ORF die Mehrwertsteuer nicht mehr refundiert. Dies ist ein steuerlicher Vorgang, der bei allen anderen regulären Unternehmen gesetzlich eigentlich völlig anders geregelt und vorgegeben ist. Der Vorwurf wiegt schwer, denn durch diese steuerliche Neuregelung fehlt dem Sender schlicht das nötige Budget für die heimischen Eigenproduktionen.
Drohende Arbeitslosigkeit in der Kreativbranche
Besonders am Herzen liegt der Künstlerin jedoch das Schicksal der vielen Menschen hinter den Kulissen. Während sie selbst in der glücklichen Lage sei, als Kabarettistin und Bühnendarstellerin ihr Auskommen zu finden, trifft es die freie Produktionslandschaft eiskalt. Auf Instagram warnt sie eindringlich davor, dass es durch das erzwungene Sparen viele zusätzliche Arbeitslose geben wird, die dem Staat am Ende tatsächlich auf der Tasche liegen. Diese Maßnahme koste unterm Strich somit echtes Geld, anstatt dass sie das Budget sinnvoll schont.
Betroffen von diesem plötzlichen Aus sind zahlreiche Arbeitskräfte aus den Bereichen Kamera, Ton, Licht, Kostüm, Maske, Set-Design und Produktion. Auch Redakteurinnen, Autoren sowie beteiligte Musikerinnen und Musiker werden damit laut Athanasiadis einmal mehr komplett im Stich gelassen und für die Krise bestraft. Diese Menschen, die oft mit extremem Herzblut an der Front für ein Unternehmen kämpfen, würden nun unter den Folgen von Skandalen leiden, die sie gar nicht verdient oder verschuldet haben.
Düstere Prognose für die Demokratietauglichkeit
Zum Abschluss ihres Rundumschlags spart die Entertainerin nicht mit harter medienpolitischer Kritik. Am Programm zu sparen, habe den ORF in der Vergangenheit schon massig Zuseherinnen und Zuseher gekostet – ein Quoteneinbruch, der nun garantiert wieder passieren werde. Der ORF müsse endlich realisieren, dass er nur mit vermehrt heimischen Inhalten auf dem Markt stark sein kann.
Gleichzeitig richtet sie einen flammenden Appell an das gesamte Land: Herr und Frau Österreicher sowie die Politik müssen endlich begreifen, dass ein unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk kein Luxus ist. Er stellt vielmehr eine absolute Grundvoraussetzung für eine funktionierende Demokratie dar, und ohne diese journalistische Unabhängigkeit gerät das gesamte System in Gefahr. Vom ORF selbst gibt es zu diesem emotionalen Kahlschlag-Posting bisher noch keine offizielle Stellungnahme, doch klar ist: Das Fernsehjahr 2027 droht für das heimische Publikum ein ganz schönes Stück fader zu werden.