Schigebiet am Ende
Aus für Unterberg: Letzte Schneeflocke geflogen
Die Lifte, die einst Generationen von Skifahrern den Berg hinauftrugen, werden nie wieder surren. Der Klimawandel hat gesiegt – und mit ihm ist ein Stück niederösterreichische Identität unwiederbringlich verloren.
Ausgerechnet hier, an diesem Berg bei Pernitz (Bezirk Wiener Neustadt-Land), machte einst Michaela "Michi" Dorfmeister ihre ersten Schwünge auf Skiern – eine der größten Skirennläuferinnen, die Österreich je hervorgebracht hat. Und ausgerechnet dieser geschichtsträchtige Boden fällt nun als Opfer eines gnadenlosen Klimawandels, der keine Rücksicht auf Legenden, Erinnerungen oder Tradition nimmt.
Ein stiller Tod nach jahrelangem Todeskampf
Die Betreiber der Schilift Unterberg GmbH gaben am Montag das Unvermeidliche bekannt: Der Betrieb wird eingestellt. Endgültig. Anhaltend milde Winter und der unaufhaltsame Klimawandel haben das Skigebiet in die Knie gezwungen – ein langsames, qualvolles Sterben, das sich über Jahre hingezogen hat, bevor der finale Schlag fiel.
Man kämpfte, man hoffte, man wartete auf Schnee, der einfach nicht mehr kam. Doch selbst der Schneefall der vergangenen Saison reichte nicht mehr aus, um die Pisten zum Leben zu erwecken. Das Ergebnis: In den letzten beiden Wintern blieb kein einziger Tag geöffnet. Kein einziger. Die Lifte standen still, die Pisten blieben leer, das Naturschneeparadies verwandelte sich in eine trostlose, grüne Ödnis.
"Der einzig logische Schritt" – und doch der schmerzhafteste
Geschäftsführer Erich Panzenböck brachte die bittere Wahrheit auf den Punkt, wie die "NÖN" berichtet: "Besser wird es in Zukunft nicht werden, deswegen war das der einzig logische Schritt, auch wenn es uns am meisten schmerzt." Worte, die schwer wiegen – die Kapitulation eines Mannes, der jahrelang gegen ein Klima ankämpfte, das keine Gnade kennt.
16 Pistenkilometer. Vier Lifte. Ein "Zauberteppich", der unzähligen Anfängern die ersten Schwünge ermöglichte. All das – Geschichte. Ortsansässige Unternehmen hatten das Gebiet 2014 mit großen Hoffnungen übernommen. Heute, gerade einmal ein Jahrzehnt später, ist von diesen Hoffnungen nichts mehr übrig als Erinnerungen.
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Was bleibt, wenn der Schnee für immer ausbleibt?
Noch ist nicht alles verloren – ein Funke Hoffnung glimmt im Dunkeln. Für die Zukunft plant man ein Konzept für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer, Details sollen in den kommenden Wochen folgen. Doch eines ist gewiss: Das Unterberg, wie es Generationen kannten und liebten, wird es nie wieder geben. Der Berg mag bleiben – doch die Seele des Skigebiets, in der einst Legenden wie Michi Dorfmeister ihre ersten Spuren zogen, ist für immer verstummt.
Ein Menetekel für ganz Schi-Österreich, ein Menetekel für den alpinen Wintersport insgesamt.