Alpinist tobt

Austern und Champagner: Streit um Luxus-Hütten in den Bergen

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Die Dolomiten sorgen erneut für Diskussionen – diesmal nicht wegen überfüllter Wanderwege, sondern wegen des wachsenden Luxusangebots in den Bergen.
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Der Präsident des Südtiroler Alpenvereins, Carlo Alberto Zanella, kritisiert die Entwicklung scharf und warnt davor, dass der ursprüngliche Charakter der Schutzhütten verloren geht.

In Südtirol gibt es 96 offizielle Schutzhütten, die eigentlich Wanderern und Bergsteigern einen einfachen Unterschlupf bieten sollen. Doch immer mehr Häuser in alpinen Regionen werden modernisiert und erinnern laut Kritikern zunehmend an Hotels. Besonders umstritten ist die exklusive Berghütte "Fredarola Harbor" auf 2370 Metern Höhe. Dort werden unter anderem Austern, Champagner und luxuriöse Suiten für bis zu 500 Euro pro Nacht angeboten – inklusive Spa und Indoorpool.

"Ein Zufluchtsort ist kein Hotel"

Die Berge passen sich den Touristen an, obwohl es eigentlich umgekehrt sein sollte", sagte Zanella im Gespräch mit dem italienischen "Corriere della Sera". Der Alpenverein-Präsident findet klare Worte: "Ein Zufluchtsort ist kein Hotel." In den Schutzgebieten müsse man einen "echten Berg" erleben und sich auch einmal mit einer einfachen Gerstensuppe zufriedengeben.

Seine Sorge: Immer mehr Angebote würden den Massentourismus in die Höhe verlagern. "Heute wollen jedoch sowohl Touristen als auch Hoteliers immer mehr", kritisiert Zanella. Dadurch bestehe die Gefahr, dass jene Gäste verdrängt werden, die die Berge wegen der Natur und des alpinen Erlebnisses besuchen – zugunsten von Besuchern, die nur für ein Foto mit Panorama oder einen Aperitif in den sozialen Medien aufsteigen.

Die Debatte über den Umgang mit Schutzhütten ist allerdings nicht neu. Auch Hüttenwirte berichten immer wieder von Problemen mit Gästen und mangelndem Respekt gegenüber den alpinen Einrichtungen. Renato Costa, seit 45 Jahren Wirt des "Rifugio Franco Cavazza al Pisciadù", machte seinem Ärger bereits öffentlich Luft. "Normalerweise veröffentliche ich solche Dinge nicht gerne, aber wenn es sein muss, muss es sein", schrieb er nach einem Vorfall mit einem Wanderer.

Dieser habe sich trotz einer Wegbeschreibung verlaufen, anschließend die Hütte beschädigt und die Betreiber beschimpft. "Eine Schande", schrieb Costa.

Auch Giancarlo Lenatti vom "Rifugio Marco e Rosa" beklagte Schäden durch nachlässige Bergsteiger. Nachdem eine Hütte im Winter unverschlossen geblieben war, drang Schnee ein und beschädigte die Schlafplätze. Die Reparatur kostete ihn laut eigenen Angaben rund 1500 Euro für einen notwendigen Helikoptereinsatz.