Politik-Insider

Babler vor Rückzug? Minister-Treffen plus Präsidium

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Ein Politik-Insider von oe24-Politik-Chefredaketurin Isabelle Daniel.
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Wien. "Das ist mehr als ungewöhnlich", sind sich Rote einig. Die Rede ist von einer Versammlung in der Wiener Löwelstraße, zu der der schwer angeschlagene SPÖ-Vorsitzende Andreas Babler seine Minister und Staatssekretäre überraschend für Mittwoch, um 15 Uhr eingeladen hat. Zusätzlich "ungewöhnlich" – so Rote – es dürften "keinerlei Mitarbeiter dabei" sein.

In der roten Welt geht man davon aus, dass Babler jetzt "die Flucht nach vorne antreten" könnte.

Bablers Plan B: Marterbauer statt Babler

Das könnte Bablers Plan B sein - von dem oe24-Leser seit geraumer Zeit aus dieser Kolumne wissen. Babler hatte – so erzählten es SPÖ-Insider – Finanzminister Markus Marterbauer gefragt, ob dieser als Spitzenkandidat und Vizekanzler zur Verfügung stünde. Auch weite Teile der Gewerkschaft würden sich Marterbauer als roten Regierungschef wünschen.

Die Bedingungen vom an Krebs erkrankten Marterbauer: Die Ärzte müssten grünes Licht geben – er dürfte vor der Heilung stehen – und seine Frau müsse Ja sagen. Offiziell bestätigt wurde das nicht.

Ein weiterer Name der am Dienstag als mögliche Babler-Nachfolgerin im Vizekanzleramt kursierte: Staatssekretärin und Babler-Vertraute Michaela Schmidt.

Babler selbst würde in diesem Szenario Medien-, Kultur- und Wohnminister und wohl auch SPÖ-Parteichef bleiben.

SPÖ-Präsidium am Freitag

Am Freitag lädt Babler zum SPÖ-Präsidium. Dort könnte das offiziell beschlossen werden. Der Hintergrund für die Eile könnte eine Koordinierung unter den SPÖ-Ländern sein, die Oberösterreichs SPÖ-Landeschef Winkler übernommen hatte. Er hatte Babler bei der letzten Präsidiumssitzung offen gesagt, dass dieser der falsche Mann an der SPÖ-Spitze sei, und bemühte sich seither, die zerstrittenen SPÖ-Länder zu vereinen. Davon könnte Babler Wind bekommen haben …

Aus der SPÖ-Parteizentrale versuchte man am Dienstag zu beruhigen: Es handle sich um einen "normalen Termin", bei dem es um "inhaltliche Themen" gehen würde.

Wirklich glauben wollte das in der roten Welt freilich niemand. Dafür sei der Gipfel zu kurzfristig einberufen worden. Fest steht, dass Babler parteiintern massiv unter Druck steht. Alle Bundesländer sind mittlerweile gegen ihn. Zieht Babler nun selbst die Reißleine?