Arges Urteil:

Baby misshandelt: Eltern trotzdem freigesprochen

© Getty (Symbolbild)
"Einer von ihnen beiden war's", sagte die Richterin am Ende der Verhandlung. Doch da die Täterschaft nicht eindeutig nachweisbar war, wurden die beschuldigten Eltern freuigesprochen.
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Wien. Obwohl die Richterin keinen Zweifel hatte, dass ein im Oktober 2024 geborenes Baby zumindest von einem Elternteil mehrfach schwer misshandelt wurde, sind der Vater und die Mutter des Mädchens am Dienstag in einer fortgesetzten Verhandlung am Wiener Landesgericht rechtskräftig vom Vorwurf der schweren Körperverletzung freigesprochen worden.

Die Anklage hatte im 39-jährigen Vater und Dauerknacki (der sein Kind bei einem Häfenfreigang gezeugt hatte) den unmittelbaren Täter und in der 30-jährigen Mutter die Beitragstäterin vermutet, die nichts gegen die Übergriffe ihres Partners unternommen habe. Dem wenige Monate alten Baby waren zumindest zweimal die Beine verdreht worden, was multiple Knochenbrüche zur Folge hatte.

Vater muss trotzdem 9 Monate in Haft

Ganz ungeschoren kam der 39-Jährige trotz des zweifelhaften Freispruchs wegen Kindesmisshandlung  nicht davon. Wegen einer gegen seine damalige Partnerin gerichteten Gewalttätigkeit - er hatte ihr eine kräftige Ohrfeige versetzt - kassierte er neun Monate unbedingt. Diese Entscheidung ist ebenfalls rechtskräftig.

Das Paar hat sich mittlerweile getrennt. Das mittlerweile fast zweijährige Mädchen lebt bei Pflegeeltern und hat die Übergriffe laut Gutachter ohne schwere Dauerfolgen überlebt.