ÖIF-Studie

Große Ablehnung gegen Muslime als Nachbarn

Kopftuch
© Getty Images (Symbolbild)
Ministerin Bauer: "Integration ist kein Angebot, sondern eine Verpflichtung."
OE24 auf Google bevorzugen

Wien. Jeder Zweite in Österreich würde sich gestört fühlen, hätte er oder sie Muslime als direkte Nachbarn. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag von Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) präsentierte Studie des Österreichischen Integrationsfonds. Auf große Ablehnung stoßen auch Flüchtlinge (63 Prozent) und Roma (53 Prozent). Bauer nutzte die Studie, um weiter auf das von der ÖVP geforderte Verbot des politischen Islams zu drängen.

Auf die Frage, welche Dinge den größten negativen Einfluss auf das gesellschaftliche Zusammenleben hätten, wählten nämlich 52 Prozent den politischen Islam, der damit gleichauf mit Kriegen und Terrorismus hinter "Fake News" (54 Prozent) auf Platz zwei rangiert. Auch "große Migrationsbewegungen" (51 Prozent) bereiten der Mehrheit Sorgen. Stark gestiegen ist die Gruppe jener, die sich über Digitalisierung und KI besorgt zeigt (28 Prozent).

Knapp die Hälfte bewertet den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der von der Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH bereits zu Jahresbeginn durchgeführten Umfrage ((1.016 Befragte 3,1 Prozent Schwankungsbreite)) als gut oder sehr gut, ebenso viele sehen das anders. "Sorgen um die kulturelle Identität" machen sich drei Viertel der Befragten. 2018 lag der Anteil derjenigen, die diese Sorgen teilen, noch bei 57 Prozent. 2024 stieg dieser auf 70 Prozent.

"Kontakt mit Migranten"

Abgefragt wurde von der Studie, wo es wie häufig zum "Kontakt mit Migrant/innen" komme. Jüngere, in Städten lebende und höher gebildete Personen berichten in nahezu allen Lebensbereichen signifikant häufiger von regelmäßigem Kontakt. Personen mit "migrationskritischer Haltung" sowie ältere Befragte weisen dagegen überdurchschnittliche Anteile an seltenem oder keinem Kontakt auf. Die "persönlichen Erfahrungen" fallen dabei überwiegend positiv aus. Im öffentlichen Raum jedoch hätten 55 Prozent negative Erfahrungen gemacht.

Das "größte Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen Gruppen" sehen dennoch 56 Prozent zwischen "Einheimischen" und "Zugewanderten", gefolgt von Spannungen zwischen links und rechts (50 Prozent) und arm und reich (40 Prozent).

Bauer: "Deutsch, Arbeit, Werte"

Auf die Frage, wie sehr sie sich als Teil der Gesellschaft fühlen, antworten Personen mit oder ohne Migrationshintergrund quasi gleich (58 bzw. 57 Prozent fühlen sich zugehörig). Die Gruppe jener, die sich nur am Rande zugehörig fühlt, ist bei jenen mit Migrationshintergrund allerdings doppelt so groß (14 vs. sieben Prozent).

Bauer sieht durch die Studie ihren harten Integrationskurs bestätigt. "Deutsch, Arbeit und Werte. Das ist die Basis für gelungene Integration." Zu lange habe man darauf vertraut, dass Integration freiwillig geschehe: "Aber Integration ist kein Angebot, sondern eine Verpflichtung."

Strengere Regeln will die ÖVP bekanntlich neben der Integration auch im Kampf gegen den "politischen Islam", wo neben Bundeskanzler Christian Stocker vor allem Bauer in den vergangenen Tagen mehrmals betonte, an einem Verbot zu arbeiten. "Der politische Islam stellt sich über unseren demokratischen Rechtsstaat und will ihn nach religiösen Regeln umbauen, und das dürfen wir nicht zulassen."

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden