Beim Achtelfinale der Erste Bank Open gegen Cameron Norrie sorgte der russische Tennisstar am Donnerstag einmal mehr für Kopfschütteln. Nach verlorenen Ballwechseln ließ der 30-Jährige seine Wut am Court aus und schlug wiederholt mit den Händen auf den harten Bodenbelag. ServusTV-Experte Stefan Koubek traute seinen Augen kaum. Doch Medwedew wäre nicht Medwedew, wenn auf die Ausraster nicht auch noch ein lockerer Spruch folgen würde.
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Dabei stand der an Nummer drei gesetzte Russe gegen den Briten Norrie zunächst gehörig unter Druck. Den ersten Satz verlor Medwedew mit 4:6, ehe er mit einem 6:3 zurückschlug. Im Entscheidungssatz kochten nach einem frühen Break gegen ihn die Emotionen hoch. "Das macht keinen Sinn", wunderte sich Koubek über die ungewöhnlichen Szenen. "Er bestraft sich, anders kann ich mir das nicht erklären. Das macht keinen Sinn", fügte Koubek hinzu. Möglicherweise spielte auch Medwedews Unmut über den Belag eine Rolle. Diesen hatte der Russe zuvor als deutlich langsamer als bei seinem letzten Turnier in Almaty beschrieben.
Nach dem Krimi folgt Muster-Schmäh
Sportlich behielt der Russe dennoch die Oberhand. Nachdem er sogar einen Matchball abgewehrt hatte, gewann er den Tiebreak des dritten Satzes souverän mit 7:1. Mit 4:6, 6:3, 7:6(1) machte Medwedew den Einzug ins Viertelfinale der Erste Bank Open perfekt. Dort wartet der Franzose Adrian Mannarino.
Nach dem nervenaufreibenden Duell war der Russe bei ServusTV bereits wieder zu Scherzen aufgelegt. Gegenüber Österreichs Tennislegende Thomas Muster meinte Medwedew frech, er hätte gegen ihn mit 6:1 und 6:1 gewonnen. Auf die Wutausbrüche folgte also prompt eine selbstbewusste Ansage.
Eskalationen haben bei Medwedew Tradition
Dass der Russe in Wien für Aufregung sorgt, ist nichts Neues. Bereits im Vorjahr geriet er bei den Erste Bank Open im Achtelfinale gegen Corentin Moutet mit dem Stuhlschiedsrichter aneinander. Wegen der Shot Clock beschimpfte er den Unparteiischen und forderte ihn auf, seinen Verstand einzuschalten. Die Diskussion kostete ihn offenbar den Rhythmus: Medwedew verlor den ersten Satz.
Für noch größere Schlagzeilen sorgte im Oktober der Vorfall im Peking-Halbfinale gegen Novak Djokovic. Nach einem Balltreffer ins Publikum wurde Medwedew disqualifiziert. Ein Zuschauer war getroffen worden, der Russe entschuldigte sich später. In Wien blieb ihm diesmal ein solches Ende erspart – und der nächste Auftritt verspricht Spannung.