Machtkampf
Bayern-Beben: Rummenigge wollte gegen Eberl stimmen
Neue Unruhe in der Bayern-Führung! Erst Ende August verlängerte der Rekordmeister den Vertrag von Sportvorstand Max Eberl vorzeitig bis 2029. Jetzt enthüllt Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge: Er war alles andere als überzeugt. Der langjährige Bayern-Boss erwog sogar, gegen Eberls neuen Vertrag zu stimmen.
Rummenigge dachte lange über Nein nach
"Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich bei der Verlängerung mit Max mit 'Nein' stimmen soll", sagte Rummenigge der "Abendzeitung München". Erst während der entscheidenden Sitzung änderte er seinen Kurs: "Erst im Verlauf der Sitzung habe ich mich entschieden, mich zu enthalten. Dazu stehe ich."
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Brisant: Eberls ursprünglicher Vertrag wäre noch bis 2027 gelaufen. Trotzdem verlängerten die Bayern vorzeitig um zwei weitere Jahre. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen erhielt ebenfalls einen neuen Vertrag bis 2029.
Rummenigge macht nun deutlich, dass ihn vor allem die Vorgänge vor der Abstimmung störten.
"Aber so funktioniert das nicht"
Stein des Anstoßes war offenbar der Umgang mit einer Empfehlung des Präsidialausschusses. In der Öffentlichkeit sei der Eindruck entstanden, dass dieses Gremium Eberls Verlängerung bereits beschlossen habe und der gesamte Aufsichtsrat die Entscheidung nur noch abnicken müsse.
"Aber so funktioniert das nicht", stellt Rummenigge klar. "Der Präsidialausschuss kann eine Empfehlung aussprechen – aber die Entscheidung trifft der gesamte Aufsichtsrat."
Dass sich der Ausschuss im Vorfeld berät, sei für ihn kein Problem. Sehr wohl störte Rummenigge allerdings, dass Informationen nach außen gelangten.
"Wenn eine solche Empfehlung jedoch an die Zeitungen durchgesickert ist und den Eindruck erweckt, dass die Entscheidung faktisch bereits gefallen ist, dann habe ich sehr wohl ein Problem damit."
Schon Hoeneß zweifelte öffentlich an Eberl
Damit bekommt die Vorgeschichte um Eberls Vertragsverlängerung neue Brisanz. Bereits im Mai hatte Uli Hoeneß öffentlich Zweifel erkennen lassen und Eberls Chancen auf einen neuen Vertrag mit "60 zu 40" beziffert.
Eberl reagierte damals irritiert. Ende Juli entschuldigte sich Hoeneß für seine Aussagen, wenige Wochen später wurde die Verlängerung offiziell.
Bei Rummenigge blieben dagegen Vorbehalte. Der 70-Jährige betont, dass ihm schon vor der Abstimmung "einige Dinge" nicht gefallen hätten und er dies intern auch angesprochen habe.
Eine persönliche Abrechnung mit Hoeneß oder Präsident Herbert Hainer wollte Rummenigge daraus allerdings nicht machen. Wer die Informationen nach außen getragen habe, wisse er nicht. Seine Kritik am Vorgang bleibt dennoch deutlich: "Die Art und Weise, wie sie an die Öffentlichkeit gelangte, war nicht richtig."