Es ist eigentlich absurd: In der zweitgrößten Stadt Österreichs wird am Sonntag mit Elke Kahr die kommunistische (!) Bürgermeisterin wiedergewählt. Die Kommunisten besetzen damit für fünf weitere Jahre das Grazer Rathaus.
Das mag auf den ersten Blick lustig klingen. Elke Kahr wirkt wie eine nette Oma, verteilt Geld und gibt sich volksnah. Die Wahrheit sieht aber weniger rosig aus: Die KPÖ weigert sich seit Jahren, den Kommunismus aus ihrem Parteinamen zu streichen. Und das, obwohl diese Ideologie für Millionen Tote verantwortlich ist. Die Stadt Graz ist dank der Kommunisten-Herrschaft de facto pleite und nahe am Verkehrsinfarkt.
Dass die KPÖ dennoch wiedergewählt wird, hat drei Gründe: Erstens Elke Kahr selbst. Zweitens die Schwäche ihrer Gegner (insbesondere die völlig desolate SPÖ, die in Graz sogar unter 10 Prozent fallen wird). Und drittens die Wut-Stimmung auf die etablierten Parteien in der Bundesregierung.
Für die Ampel-Koalition ist das Graz-Ergebnis ein weiterer Warnschuss direkt in den Bug: Die Stimmung gegen die Bundesregierung nähert sich trotz Hitzerekorden im Juni dem Gefrierpunkt. Vor allem für die SPÖ wird der Sonntag unangenehm: Denn der KPÖ-Erfolg in Graz zeigt, dass eine linke Protestpartei auch bundesweit Potenzial hat und die SPÖ brutal abräumen könnte.
Die wenigen verbliebenen SPÖ-Granden werden am Sonntag sehr genau nach Graz schauen - für Babler könnte die Graz-Wahl der Anfang vom Ende sein.