ÖFB-Sorgen

Belastungssteuerung statt WM-Training: Warum Alaba weiter fehlt

© FIFA via Getty Images
Die Sonne scheint über Santa Barbara, die WM-Euphorie ist greifbar. Doch im ÖFB-Camp fällt derzeit immer wieder ein Begriff, der die Sorgenfalten größer werden lässt: Belastungssteuerung.

Grund: Auch beim dritten Mannschaftstraining in Kalifornien fehlte  Kapitän David Alaba. Während seine Teamkollegen auf dem Platz arbeiteten, absolvierte der 33-Jährige erneut ein individuelles Programm. Seit der Ankunft in den USA hat Alaba noch keine einzige Einheit mit der Mannschaft bestritten. Der Countdown zur Weltmeisterschaft läuft jedoch unaufhaltsam weiter.

Und immer wieder fällt dabei ein Wort: Belastungssteuerung. Kaum ein Begriff wird im ÖFB-Camp derzeit häufiger verwendet. Doch was genau dahintersteckt, bleibt weitgehend offen. Welche Beschwerden einzelne Spieler tatsächlich haben und wo es konkret zwickt, verrät der Verband nicht.

David Alaba trainiert zum dritten Mal individuell

Saison zu vergessen bei Real

Bei Alaba ist zumindest bekannt, dass er beim Testspiel gegen Tunesien mit einer Oberschenkelverhärtung ausgewechselt werden musste. Die MRT-Untersuchung brachte zwar Entwarnung, dennoch wird der Abwehrchef aktuell Schritt für Schritt aufgebaut. Offiziell spricht der ÖFB von einem "ganz normalen Prozess".

Die Vorsicht kommt allerdings nicht von ungefähr. Zu oft wurde der Wiener in den vergangenen Monaten von Verletzungen und Rückschlägen ausgebremst. Nach seinem Kreuzbandriss im Dezember 2026 kam Alaba bei Real Madrid in der vergangenen Saison lediglich auf 16 Pflichtspiele und 575 Einsatzminuten. Jeder Muskel, jede Belastung und jede Trainingseinheit werden deshalb genau überwacht.

Auch Sabitzer & Arnautovic  fehlten im Training

Doch die Sorgen beschränken sich nicht nur auf den Kapitän. Auch Marko Arnautovic, Marcel Sabitzer und Florian Grillitsch fehlten zuletzt auf dem Trainingsplatz. Die Erklärung des ÖFB fiel erneut knapp aus: Belastungssteuerung. Hinter den Kulissen kämpft die Mannschaft weiterhin mit den Folgen der langen Anreise und der neunstündigen Zeitverschiebung. Laut der medizinischen Abteilung befindet sich das Team aktuell in einer entscheidenden Phase der Akklimatisierung. Ziel ist es, die Belastung gezielt zu steuern und Verletzungen vorzubeugen. Spätestens nach sieben Tagen sollten sich die Spieler vollständig an den kalifornischen Rhythmus angepasst haben.

Trotzdem richtet sich der Blick vor allem auf David Alaba. Niemand im ÖFB möchte erleben, was bereits bei der EURO 2024 bittere Realität war. Damals musste der Wiener die gesamte Endrunde nach seinem Kreuzbandriss als Non-Playing-Captain von der Seitenlinie verfolgen.

Zukunft weiterhin offen

Für den 33-Jährigen wäre eine Wiederholung dieses Szenarios besonders bitter. Die WM 2026 ist seine erste Weltmeisterschaft überhaupt – und wohl auch seine letzte Chance, sich auf der größten Bühne des Weltfußballs zu präsentieren. Hinzu kommt, dass seine sportliche Zukunft derzeit völlig offen ist. Nach seinem Abschied von Real Madrid ist der Routinier auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Umso wichtiger wäre es für Alaba, bei dieser WM nicht nur dabei zu sein, sondern auf dem Platz voranzugehen.

Noch gibt der Verband Entwarnung. Doch solange Alaba nicht mit der Mannschaft trainiert, bleibt er Österreichs größter Sorgenfall kurz vor dem WM-Start.