Insolvenz
Beliebter Bio-Großhändler ist pleite
Der Geschäftsbetrieb von Naturkost Erfurt läuft vorerst uneingeschränkt weiter, wodurch Bestands- und Neukunden weiterhin Bestellungen aufgeben können. Betroffen sind die Standorte Erfurt-Gispersleben sowie Schkeuditz bei Leipzig. Das Unternehmen beliefert seit mehr als zwei Jahrzehnten Bioläden, Hofläden, Lieferdienste und Gastronomiebetriebe in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordbayern. Nun sucht der Händler nach einer langfristigen Lösung. Das Ziel besteht darin, einen finanzstarken Partner zu finden oder den Bio-Großhändler in eine größere Unternehmensgruppe einzugliedern.
Eigenverwaltung durch die Geschäftsführung
Das Amtsgericht Erfurt hat dem entsprechenden Antrag bereits zugestimmt. Geschäftsführer Thomas Hölscher bleibt dadurch weiterhin operativ verantwortlich. Im Gegensatz zu einer klassischen Regelinsolvenz führt die Geschäftsführung das Unternehmen selbst weiter, wird jedoch insolvenzrechtlich begleitet sowie überwacht.
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Professionelle Begleitung
Als vorläufiger Sachwalter fungiert André Rombach von der Kanzlei Rombach. Zusätzlich begleiten Sanierungsberater von Schultze & Braun sowie die eXnet-Gruppe das Verfahren. Nach außen hin soll der Betrieb möglichst stabil bleiben. Beide Standorte arbeiten weiter, Lieferungen werden fortgesetzt und Kunden können weiterhin Waren beziehen.
Bedeutung für die Bio-Wertschöpfungskette
Naturkost Erfurt gilt als regional bedeutender Lieferant für den Biofachhandel. Das 2003 gegründete Unternehmen führt rund 12.000 Artikel im Sortiment, wozu etwa 2000 Frischprodukte gehören. Für viele kleinere Biohändler, Hofläden und Gastronomiebetriebe stellt das Unternehmen einen wichtigen Partner dar. Da es im Frischebereich auf verlässliche Logistik, kurze Wege und stabile Warenverfügbarkeit ankommt, betrifft das Verfahren auch Kunden sowie Lieferanten der regionalen Bio-Wertschöpfungskette.