Alkoholsucht

Ben Zucker: "Eine Flasche Wodka am Tag!"

© Redferns
Musiker Ben Zucker gehört längst zu den festen Größen der deutschsprachigen Musiklandschaft. Nun überrascht der erfolgreiche Sänger im Rahmen des Erscheinens seiner Autobiografie mit einer schonungslosen Beichte über seine schwere Suchterkrankung.
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Ob auf den großen Showbühnen bei Florian Silbereisen oder im traditionsreichen ZDF-"Fernsehgarten": Ben Zucker zählt seit Jahren zu den gefragtesten Künstlern der gesamten Branche. Doch der plötzliche Ruhm hatte eine düstere Schattenseite. Gegenüber der "Bild"-Zeitung bestätigte der Musiker nun offen: "Ich bin alkoholkrank." Der Beginn dieser schweren Abhängigkeit verlief schleichend und ging Hand in Hand mit den ersten großen Meilensteinen seiner musikalischen Laufbahn.

Nach einem bewegten Lebensweg voller Höhen und Tiefen vor seiner Gesangskarriere feierte Zucker im Jahr 2017 mit der Hit-Single "Na und?!" sein fulminantes Debüt. Der Titel schoss umgehend in die vorderen Ränge der Charts, TV-Einladungen folgten im Wochentakt und der Sänger wurde für renommierte Musikpreise nominiert. Mit dem stetig wachsenden Publikum vor den Hallenbühnen stieg jedoch auch der innere Druck massiv an. Um die lähmende Nervosität vor den Auftritten zu betäuben und die immense Anspannung abzubauen, griff Zucker regelmäßig zum Glas. Wie der Künstler heute reflektiert, begann der Alkohol ihn damals zu umgarnen und gab ihm das trügerische Gefühl, Herausforderungen leichter zu meistern. Daraus entwickelte sich rasch eine handfeste Sucht und eine dauerhafte Flucht aus der Realität.

Eskalation in der Pandemie: Flasche Wodka am Tag

Einen besonders dramatischen Verlauf nahm die Erkrankung während der weltweiten Coronapandemie. Die für den Musiker existenzielle Absage seiner groß angelegten Arena-Tournee sowie die erzwungene soziale Isolation von Familie und engsten Freunden rissen Zucker endgültig den Boden unter den Füßen weg. Über viele Monate hinweg zog sich der Künstler völlig zurück, bestellte sich täglich Fast Food nach Hause und trank parallel dazu kontinuierlich hochprozentigen Alkohol, um permanent einen gewissen Pegel zu halten.

Nach eigenen Angaben konsumierte Zucker in dieser Phase meist eine ganze Flasche Wodka über den Tag verteilt. Der Sänger beschreibt diesen Abschnitt rückblickend als eine zerstörerische Abwärtsspirale, die nicht nur seine Gesundheit massiv angriff, sondern auch zum Scheitern seiner damaligen Partnerschaft führte. Die Kontrolle über den Konsum und den Alltag war zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig verloren gegangen.

Schlüsselmoment im Badezimmer und Klinikaufenthalt

Der entscheidende Wendepunkt ereignete sich schließlich vor dem heimischen Spiegel. Als Zucker beim Duschen feststellte, dass er durch den ungesunden Lebensstil mindestens 15 Kilo zugenommen hatte und sich selbst im Spiegelbild kaum noch wiedererkannte, zog er die Reißleine. Aus Schamgefühl, verlorener Selbstachtung und einer gewissen Eitelkeit fasste der Musiker den festen Entschluss, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Im Herbst 2024 begab sich Ben Zucker daher in eine Fachklinik. In intensiven Einzel- sowie Gruppensitzungen lernte der Schlagersänger die psychologischen Mechanismen seiner Sucht zu verstehen. Eine vollständige Abstinenz war dabei nach Angaben des Musikers nicht das primäre Therapieziel. Zucker trinkt weiterhin gelegentlich Wodka auf Eis zur Entspannung oder nach gelungenen Konzerten, gibt jedoch ehrlich zu, dass er den Konsum bis heute nicht vollständig kontrollieren kann.