Nach Rad-Traum

Benjamin Karl über Snowboard-Comeback: "Brauchte Abstand"

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Anfang September erklärte Benjamin Karl seinen Rücktritt vom Rücktritt. Nun spricht er über die Gründe seiner Rückkehr.
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Benjamin Karl wird es selten langweilig. Im April löste er mit einem Podcast-Auftritt einen richtigen Shitstorm aus. Kurz davor kündigte der Olympiasieger an, sein Snowboard durch ein Fahrrad zu austauschen. Er wollte Radprofi werden. Doch Anfang September gab Karl an, dass er weiterhin Profi-Snowboarder bleibt.

Im Rahmen des "Tag des Sports" erklärt der Olympiasieger gegenüber dem "ORF" seine Gründe. Er sagt über sein schnelles Comeback: "Ich habe mal Abstand gebraucht. Abstand zu diesem Rad, in dem ich drinnen bin, seitdem ich 15 Jahre alt bin. Und dieser Abstand hat sehr viel Klarheit gebracht. Sehr viel Demut und Dankbarkeit ist zurückgekommen. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich die weißbedeckten Berge sehe." Karl fügt noch hinzu: "Es kribbelt schon richtig."

"Ich habe vergessen, wie steinig und lang der Weg ist"

Er wird zudem gefragt, was für die Radsport-Karriere gefehlt hat. Der Snowboarder antwortet: "Eine ganze Menge. Ich habe vergessen, wie steinig und lang der Weg vom kleinen Benji, der als zehnjähriger Bub Snowboarder werden will, bis zu dem, der zweifacher Olympiasieger ist."

Über den Radsport meint er: "Ich hätte einige Shortcuts gebraucht. Ein paar Helferlein, die mir unter die Arme greifen und mir helfen, da schneller voranzukommen." Karl kam zum Entschluss: "Die haben sich leider nicht ergeben. Deshalb hat schon recht viel gefehlt." Trotzdem blickt er positiv auf die kurze Erfahrung: "Ich bin dem Radsport dankbar, weil ohne diese Pause zum Snowboard-Sport hätte ich nicht diesen Blickwinkel, den ich jetzt habe. Dafür bin ich sehr dankbar."

"Ich habe nie Erwartungen"

Der Olympiasieger wurde auch nach seinen Erwartungen für die kommende Saison gefragt. Er meint dazu: "Ich habe nie Erwartungen, immer nur Ziele. Erwartungen kann man nur enttäuschen." Er setzt fort: "Meine Ziele sind jetzt vorrangig, mit dieser neuen Wertschätzung, jeden Tag auf Schnee zu genießen. Ich werde probieren, die Unterstützung von den ganzen Leuten, die ich habe, von dem Verband, von den Journalisten zu genießen und sehr viel Spaß zu haben am Snowboardfahren. Der Rest kommt dann von selber."

In diesem Winter steigt die Heim-Snowboard-WM in Montafon. Darauf freut sich Karl: "Das ist eine große Herausforderung, aber sehr schön." Für ihn wird es nach der WM 2015 am Kreischberg die zweite Heim-WM werden. Dabei hat er ein klares Ziel: "Zu Hause fehlt mir noch die Goldmedaille."

Zum Abschluss war seine Rückkehr ins Team ein Thema. Der Olympiasieger meint: "Die Rückkehr ins Team war natürlich ein bisschen strange." Er scherzt: "Sie haben sich gedacht, dass sie mich endlich los sind." Karl betont: "Es hat sich alles eingependelt. Ich bin keinem böse. Ich kann auch nicht alles richtig machen. Ich bin auch nur ein Mensch und versuche viele Dinge besser als in der Vergangenheit zu machen."