Nach Cyber-Attacke:

Berlin plant Hilfe für Hacker-Opfer

© Getty Images
Der Berliner Senat setzt nach dem massiven Cyberangriff nun erste Maßnahmen: Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kündigte nach einer Senatssitzung eine zentrale Anlaufstelle für verunsicherte Bürger und Unternehmen an.
Zur Vollversion des Artikels

Digitalstaatssekretär Florian Hauer erklärte: Das Angebot richte sich an alle, die einen Abfluss ihrer Daten befürchten. Zunächst kommt ein zentraler E-Mail-Kontakt. Eine Telefon-Hotline sei ebenfalls denkbar. Die Umsetzung solle "möglichst rasch" erfolgen. Eine externe Kanzlei und die Landesdatenschutzbeauftragte sollen unterstützen.

Der Angriff auf die Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr wurde am 14. August bekannt. Die Hackergruppe Rhysida hatte vom 7. bis 12. August unbemerkt Daten abgezogen – nach eigenen Angaben rund 5,8 Terabyte mit 1,44 Millionen Dateien. Darunter Verträge, Personalakten, Passwörter und Unterlagen zur kritischen Infrastruktur.

Aufarbeitung des Falls dauert noch Wochen

Die Erpresser forderten 30 Bitcoin, umgerechnet etwa zwei Millionen Euro. Wegner blieb hart: "Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen." Nach Ablauf des Ultimatums veröffentlichten die Täter die Daten im Darknet.

Hauer betonte, es gebe derzeit keine Hinweise auf eine weitere Infiltration des Landesnetzes. Die Auswertung der geleakten Dateien und die forensische Prüfung dauerten aber noch Wochen. Betroffen sein könnten auch Berliner und Firmen, die etwa bei Baugenehmigungen Kontakt mit den Verwaltungen hatten. Diese Personen zu identifizieren, sei wegen der enormen Datenmengen aufwendig.

Bereits Anfang September hatte die Senatskanzlei eine Steuerungseinheit unter Hauers Leitung eingerichtet, um Betroffene möglichst schnell zu informieren und zu beraten.