Abriss-Pläne
Berlin will Hitlers letzten Bunker beseitigen
Unter einer unscheinbaren Brache in Berlin-Mitte liegen die letzten Reste der einstigen NS-Zentrale verborgen. Auf dem Gelände der früheren Neuen Reichskanzlei existiert noch ein Bunker, der nun verschwinden soll, weil dort Wohnungen und Büros geplant sind. Das Vorhaben sorgt für heftige Diskussionen, die auch Jugendliche und historisch Interessierte in Österreich aufmerksam verfolgen. Da keine genauen Termine oder TV-Ausstrahlungen zur zukünftigen Umsetzung vorliegen, entfallen entsprechende Zeitangaben im Text.
Streit um den Erhalt
Gegen das Vorhaben regt sich massiver Widerstand. "Eine der letzten Spuren der NS-Machtzentrale abzureißen, das ist heutzutage totaler Wahnsinn", sagt Dietmar Arnold, Vorstandsvorsitzender des Vereins Berliner Unterwelten, der sich mit dem Verein für den Erhalt des Bunkers einsetzt. Laut Medienberichten der "B.Z." soll auf dem Areal ein siebengeschossiges Gebäude mit 66 Wohnungen sowie ein sechsstöckiges Bürogebäude entstehen. Der geplante Abriss des letzten authentischen Restes der Anlage ist für den Verein unverständlich und für Berlin schlicht "oberpeinlich".
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Sorge vor neuem Wallfahrtsort
Die Berliner Politik stellt sich jedoch gegen den Denkmalschutz und verteidigt das Bauprojekt. Berlins Bausenator Christian Gaebler (SPD) spricht sich offen gegen einen Erhalt aus und erklärte gegenüber der "B.Z.": "Wir stehen dem Neubau von Wohnungen nicht im Wege, um einen Bunker zu erhalten, der dann womöglich noch zum Wallfahrtsort wird." Diese Begründung lässt der Verein Berliner Unterwelten nicht gelten. "Das ist nur ein vorgeschobenes Argument. Der Verein Berliner Unterwelten zeigt seit Jahren erfolgreich, wie man sich mit solchen Gebäuden auseinandersetzen kann, ohne sie gleich abzureißen", erklärt Arnold.
Umfassende historische Bedeutung
Aus Sicht von Fachleuten besitzt das Bauwerk jedoch einen unschätzbaren Wert für die Nachwelt. Der Bunker ist von "umfassender historischer und wissenschaftlicher Bedeutung", wie Sebastian Heber erklärt, der Abteilungsleiter für Bodendenkmalpflege ist. Das Relikt stellt den letzten bauzeitlichen Rest der Neuen Reichskanzlei dar und ist zudem der letzte noch erhaltene Vorkriegsbunker des Berliner NS-Regierungsviertels.
Obwohl sich der Landesdenkmalrat im März 2025 dafür aussprach, eine Eintragung in die Denkmalliste zu prüfen, wurde der Bunker aufgrund einer Weisung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen bisher nicht als Denkmal ausgewiesen. Das Gremium betonte: "Die Neue Reichskanzlei war Planungs- und Ausgangsort des Zweiten Weltkrieges und steht symbolhaft auch für das katastrophale Ende des NS-Regimes."