Fast 400.000 Euro

Betrüger-Bote zu fünf Jahren Haft verurteilt

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Am Dienstag wurde ein 23-jähriger Pole am Landesgericht Wiener Neustadt zu fünf Jahren unbedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Er soll Teil mehrerer Telefonbetrügereien gewesen sein.
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Betrügereien über das Telefon sind eine weit verbreitete Masche. Dabei rufen Kriminelle bei älteren Menschen an und geben an, dass ein naher Verwandter in einen tödlichen Unfall verwickelt sei oder eine schwere Krankheit habe. Aus diesem Grund bräuchten die "Betroffenen" eine Kaution oder ein teures Medikament. Der 23-Jährige fungierte als "Bote" in einem solchen Betrugsnetzwerk.

Im vergangenen Winter soll der Pole zu fünf Opfern in ganz Österreich gefahren sein, um dort hohe Geldsummen abzuholen. Unter anderem war er in Ternitz (Bezirk Neunkirchen), so "ORF NÖ".

400.000 Euro transportiert

Dabei soll der 23-Jährige fast 400.000 Euro aus Österreich nach Polen gebracht haben. Mehrere Betroffene haben ihr gesamtes Erspartes verloren. In zwei weiteren Fällen hat er versucht, Geld abzuholen.

Am Dienstag bekannte er sich schuldig. Aber der Angeklagte hatte am Anfang gar keine Ahnung gehabt, was er anrichtete. Während seiner Jobsuche stieß der 23-Jährige auf einer polnischen Online-Plattform auf die Betrüger. Eigentlich sollte er Pakete von Kunden abholen. Mit der Zeit bemerkte er, worum es wirklich ging. Jedoch war es zu diesem Zeitpunkt zu spät.

Schöffensenat glaubte ihm nicht

Die Erklärung kaufte ihm der Schöffensenat nicht ab und verurteilte den 23-Jährigen wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und krimineller Vereinigung zu fünf Jahren unbedingter Haft. Die Strafe ist vergleichsweise streng ausgefallen, da der Angeklagte bisher unbescholten war.

Der Richter möchte mit dem Urteil unter anderem eine generalpräventive Wirkung schaffen. Weiter argumentierte er, dass diese äußerst perfide Betrugsmasche auf eine besonders schwache Gruppe in der Gesellschaft abzielt. Von der Staatsanwaltschaft gab es laut "ORF NÖ" keine Mitteilung. Der Angeklagte bat um Bedenkzeit.

Betroffenen noch immer geschockt

Am Dienstag sagten bei den Einvernahmen auch die Betrugsopfer aus. Die durchwegs älteren Menschen waren teilweise immer noch betroffen. Der Betrug führte bei manchen Betroffenen zu einem schweren Schock. Einige sind noch Monate später traumatisiert.

Eine Frau erzählte im Gerichtssaal, dass sie sich immer noch erschreckt, wenn das Telefon läutet. Die Betrüger haben gesagt, ihre Tochter habe nur noch wenige Wochen zu leben. Nur ein teures Medikament aus der Schweiz könnte ihr helfen. Die Betrüger würden zu ihr kommen, um das Geld abzuholen.