Blutbad am Friedhof

Mord-Prozess gegen Gruftie-Mädchen (14)

© oe24/Fuhrich
Die 14-jährige mutmaßliche Killerin, die eine ihr völlig fremde Friedhofsbesucherin (64) ermordet haben soll, muss sich kommende Woche vor einem Schöffengericht wegen Mordes verantworten.
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Wien. Jenes Gruftie- und Emo-Mädchen, das am 23. Februar am Friedhof Baumgarten eine kurz vor der Pension stehende Magistratsmitarbeiterin erstochen haben soll, muss sich am 17. Juni vor Gericht wegen Mordes verantworten. Das bestätigte die Sprecherin des Wiener Landesgerichts, Christina Salzborn. Die Tochter einer aus dem Irak zugewanderten kurdischen Familie (ihr Vater verstarb allerdings vor Jahren) soll mehrfach auf die 64-Jährige eingestochen haben, das Opfer verstarb noch am Tatort. Die 14-Jährige, die zuletzt in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung lebte, war, wie oe24 berichtete, laut Gutachten zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig.

Die Staatsanwaltschaft geht jedenfalls davon aus, dass die junge Beschuldigte ihr Opfer vorsätzlich getötet hat. Eine von der Anklagebehörde beauftragte Sachverständige hatte der 14-Jährigen eine instabile Persönlichkeitsstörung bei gleichzeitigem Unrechtsbewusstsein attestiert und die Jugendliche als schuldfähig eingestuft. Die Beschuldigte ist derzeit vorläufig im forensisch-therapeutischen Zentrum der Justizanstalt Asten in Oberösterreich untergebracht.

"Sie hat Riesen-Angst vor der Verhandlung"

14-jähriges Mädchen erstach Wienerin (64) auf Friedhof
14-jähriges Mädchen erstach Wienerin (64) auf Friedhof © oe24

Die Strafdrohung für Mord liegt bei Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren bei einem bis zu zehn Jahren Haft. Deshalb wird der Fall nicht vor einem Geschworenen-, sondern vor einem Schöffengericht verhandelt. Ihre Anwältin Astrid Wagner zu oe24: "Meine Mandantin hat eine Riesen-Angst vor dem Prozess, ob sie das durchsteht." Zumal zusätzlich die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum nach § 21 Abs 2 StGB beantragt wurde. Dagegen hatte die Verteidigerin des Mädchens Einspruch erhoben, der jedoch zurückgewiesen wurde.

Die Schulabbrecherin, ein Death Metal-Fan, die seit der Volksschule düstere Gedanken wälzte und sich extrem für (Serien-)Mörder/innen interessierte, wurde nach der Tat von der Polizei in ihrer WG, in der sie seit November lebte, als dringend Tatverdächtige festgenommen. Dabei wurden das Taschenmesser als mutmaßliche Tatwaffe, blutbefleckte Kleidung sowie ihr Handy sichergestellt. Dem Vernehmen nach soll auf dem Mobiltelefon auch ein Video der Tat existieren.

In ihrer Einvernahme legte die Jugendliche dann ein Geständnis vor den Ermittlern des Landeskriminalamts ab. Die Wienerin war laut MA 11 vorher nie polizeilich wegen Straftaten in Erscheinung getreten - sie dürfte das Opfer zufällig ausgewählt haben. Die Jugendliche soll vor der Tat laut APA-Informationen jedoch zehn Tabletten eines verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittels aus der Gruppe der Benzodiazepine genommen haben.

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