Lebensmittel spenden

Billa und Die Tafel bauen Fleischspendeprojekt aus

© Billa Robert Harson
Was im Vorjahr als Pilotprojekt mit acht Billa-Märkten startete, wird nun deutlich ausgeweitet: Gemeinsam mit Die Tafel Österreich rollt Billa ein einzigartiges Fleischspendeprojekt auf 30 Billa- und 10 Billa-Plus-Märkte in Wien aus.
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Frisches Fleisch gehört zu den besonders wertvollen Lebensmitteln – gleichzeitig ist seine Weitergabe an karitative Einrichtungen mit strengen Hygiene- und Haftungsvorgaben verbunden. BILLA hat deshalb gemeinsam mit Die Tafel Österreich und der Lebensmittelbehörde einen eigenen Prozess entwickelt, um Fleisch vor der Verschwendung zu bewahren.

(v.l.n.r.): Tobias Riener (Leitung Häferl), Alexandra Gruber (Geschäftsführung Die Tafel Österreich) und Robert Nagele (Vorstand BILLA) zum Start des Fleischspenden-Roll-outs von 8 auf 40 BILLA und BILLA PLUS Märkte in Wien. © BillaAG/Robert Harson

Mehr Märkte, mehr gerettetes Fleisch

Was im April 2025 zunächst als Test mit acht Wiener Märkten gestartet wurde, ist seit 1. September deutlich größer angelegt: Insgesamt 30 BILLA- und zehn BILLA-PLUS-Märkte in Wien beteiligen sich zunächst für drei Monate an dem Projekt. Sie stellen Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch aus dem Selbstbedienungsbereich sozialen Einrichtungen zur Verfügung. Bereits während der Testphase konnten nach Angaben der Projektpartner mehr als zwei Tonnen Frischfleisch weitergegeben werden. "Lebensmittelsicherheit hat für uns oberste Priorität – auch bei der Weitergabe von Fleisch. Bereits in der Testphase konnten zwei Tonnen Fleisch an soziale Einrichtungen weitergegeben werden", freut sich Billa- Vorstand Robert Nagele. Durch die Ausweitung auf 40 Märkte könnten nun noch mehr karitative Einrichtungen von den Fleischspenden profitieren.

Strenge Regeln für die Fleischrettung

Mit 1. September 2026 wurde das Fleischspendenprojekt für drei Monate auf 30 BILLA und 10 BILLA PLUS Märkte in Wien ausgerollt, die Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch aus dem Selbstbedienungsbereich sozialen Einrichtungen zur Verfügung stellen. © Billa AG/Robert Harson

Gespendet wird ausschließlich Fleisch am Tag des Verbrauchsdatums. Die Produkte stammen aus dem Selbstbedienungsbereich und wurden unter sterilen Bedingungen abgepackt. Besonders sensible Waren wie Faschiertes und Innereien sind vom Projekt ausgeschlossen. Die Abholung organisieren Die Tafel Österreich und die teilnehmenden sozialen Einrichtungen. Dabei wird die Kühlkette mit Kühlwägen oder Kühlboxen eingehalten und vor der Verarbeitung muss das Fleisch tiefgefroren werden und muss vor der Verarbeitung eine Kerntemperatur von -18 °C aufweisen.

Mehr Fleisch auf dem Teller im Häferl

Zu den Einrichtungen, die bereits an der Testphase beteiligt waren, gehört das Häferl der Stadtdiakonie Wien im 6. Bezirk. Das "Wirtshaus für Alle" bietet armutsbetroffenen und wohnungslosen Menschen an seinen Öffnungstagen ein frisch gekochtes Drei-Gänge-Menü an – ohne Rechnung für die Gäste. Für die Küche bedeutet die Fleischspende auch mehr Spielraum bei der Menüplanung. "Fleisch ist ein besonders kostbares Lebensmittel, das von unseren Besucher sehr geschätzt wird", erklärt Häferl-Leiter Tobias Riener. An Tagen mit Fleischgerichten würden bis zu 25 Prozent mehr Portionen ausgegeben – teilweise deutlich mehr als 400 Teller. Stadtdiakonie-Geschäftsführer Wilhelm Raber sieht in dem Projekt auch einen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung. Armut dürfe nicht bedeuten, dass Menschen auf Vielfalt beim Essen verzichten müssten, betont er.

Mehr als Fleischrettung: 50 Tonnen CO₂ eingespart

So verbindet das Projekt, das wissenschaftlich von der Universität für Bodenkultur in Wien begleitet wird,  auch zentrale Anliegen: Ressourcenschonung und Klimaschutz, den Zugang zu ausgewogener Ernährung für armutsbetroffene Menschen. "Die Fleischspenden sparten rund 50 Tonnen CO2 ein, was etwa 250.000 Autokilometern oder sechs Erdumrundungen entspricht",  erläutert Alexandra Gruber, Geschäftsführung Die Tafel Österreich, die ersten Ergebnisse. Zu den Einrichtungen, die bereits an der Testphase beteiligt waren, gehört das Häferl der Stadtdiakonie Wien im 6. Bezirk. Das "Wirtshaus für Alle" bietet armutsbetroffenen und wohnungslosen Menschen an seinen Öffnungstagen ein frisch gekochtes Drei-Gänge-Menü an – ohne Rechnung für die Gäste. Für die Küche bedeutet die Fleischspende auch mehr Spielraum bei der Menüplanung. "Fleisch ist ein besonders kostbares Lebensmittel, das von unseren Besucher sehr geschätzt wird", erklärt Häferl-Leiter Tobias Riener. An Tagen mit Fleischgerichten würden bis zu 25 Prozent mehr Portionen ausgegeben – teilweise deutlich mehr als 400 Teller. Stadtdiakonie-Geschäftsführer Wilhelm Raber sieht in dem Projekt auch einen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung für sozial bedürftige Menschen.

Billa setzt auf Lebensmittelrettung auf mehreren Ebenen

Das Fleischspendenprojekt ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets von BILLA gegen Lebensmittelverschwendung. Dazu gehören bedarfsgerechte Bestellungen, vergünstigte Produkte kurz vor dem Ablaufdatum sowie sogenannte Rettersackerln für Obst, Gemüse und Gebäck. Nahezu jeder BILLA- und BILLA-PLUS-Markt in Österreich arbeitet zudem mit mindestens einer karitativen Einrichtung zusammen. Im Jahr 2025 wurden laut Unternehmen mehr als 23 Millionen Mahlzeiten-Äquivalente gespendet. Auch nicht mehr verkäufliches Obst und Gemüse wird teilweise weiterverarbeitet. Unter der Eigenmarke "Wunderlinge" verkauft BILLA optisch nicht perfektes, aber qualitativ einwandfreies Obst und Gemüse. Backwaren, die weder verkauft noch gespendet werden können, werden gemeinsam mit dem Futtermittelhersteller Königshofer zu Tierfutter verarbeitet.