"Wie Hühnerhaufen!"

Böser Whatsapp-Vorwurf gegen Nagelsmann

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Nach dem Scheitern bei der Weltmeisterschaft spart Lothar Matthäus in seiner Kolumne nicht mit Kritik an Julian Nagelsmann und wirft ihm gravierende Fehler in Führung und Kommunikation vor.
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Das gesamte Projekt rund um den ehemaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann ist nach Ansicht von Lothar Matthäus krachend gescheitert. Der Rekordnationalspieler bilanziert in seiner BILD-Kolumne, dass es in drei Wettbewerben – der Europameisterschaft 2024, der Nations League 2024/25 und der WM 2026 – auf höchstem Niveau keine komplett überzeugenden Leistungen der deutschen Nationalmannschaft gegeben habe. Als kleine Ausnahmen nennt er lediglich je eine starke Halbzeit bei den Niederlagen gegen Frankreich und Portugal in der Nations League. Bei dem weltweiten Turnier zeigte die Mannschaft laut Matthäus keine Führung auf dem Platz, keine spielerische Qualität, kein gutes Abwehrverhalten und kein Miteinander. Die Mannschaft habe agiert wie "ein reiner Hühnerhaufen".

Kritik an der Kommunikation

Verantwortlich dafür seien laut Matthäus viele Fehler des Trainers bei der Aufstellung, der Taktik sowie der Nominierung für die Weltmeisterschaft. Nagelsmann habe keinen Plan B gehabt und seine Linie stur durchgezogen. Ratschläge von außen und innen wurden ignoriert, während der Trainerstab nur aus "kleinen Nagelsmännern ohne Widerspruch" bestanden habe. Besonders schwer wiegt für Matthäus der Vorwurf zur internen Kommunikation: "Lieber Nachrichten per WhatsApp als persönliche Gespräche? Eigentlich undenkbar für eine Führungskraft." Auch die mangelnde Präsenz bei Vereinsspielen, der U21 oder Besuche im Ausland bei Spielern wie dem italienischen Meister Yann Aurel Bisseck (Inter Mailand) oder Kevin Schade beim FC Brentford wurden kritisiert. Solche Besuche, idealerweise mit einem gemeinsamen Essen, seien wichtig für die Wertschätzung und das Selbstvertrauen der Profis.

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Teures Desaster für DFB

Auch die Führungsebene des DFB gerät ins Visier. Die Verantwortlichen hätten zu lange zugeschaut und den Vertrag ohne Not bis 2028 verlängert. Nach Informationen von Matthäus enthielt das Arbeitspapier lediglich eine Trennungsklausel für das Ausscheiden in der WM-Vorrunde. Nun soll Nagelsmann trotz seines Rücktritts eine Abfindung in der Höhe von sieben Millionen Euro kassieren. Matthäus fragt offen, wer für diese Summe geradesteht – DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig oder DFB-Präsident Bernd Neuendorf? Durch die zu erwartende Millionen-Ablöse für den wahrscheinlichen neuen Bundestrainer an Red Bull werde das finanzielle Fiasko noch teurer. Große Hoffnungen setzt Matthäus hingegen in die Zukunft: "Ich bin sicher, dass Jürgen Klopp das alles besser macht, wenn er Bundestrainer wird."