Konflikt eskaliert
"Böswilliges Handeln" - FIFA attackiert die UEFA
Die Verantwortlichen des Fußball-Weltverbandes werfen den Zuständigen von Europas Kontinentalverband eine "Desinformationskampagne" vor. Die "Kampagne" dreht sich um den von der UEFA bei einem US-Gericht beantragten Zugang zu Dokumenten im Zusammenhang mit Gianni Infantinos letztlich gescheitertem Ansinnen, Anteile von Weltmeisterschaften an Investoren zu veräußern.
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Dies geht aus einem am Montagabend veröffentlichten Schreiben der FIFA an ein Gericht in Florida hervor. Die FIFA fordert das Gericht auf, den Antrag der UEFA zurückzuweisen, da sie der Ansicht ist, dass die UEFA versucht, das Ergebnis der FIFA-Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr zu beeinflussen.
Die UEFA hatte Ende August den Weg für eine Klage wegen "illoyaler Geschäftsführung" gegen Infantino geebnet. Auf dieses Vergehen stehen bis zu fünf Jahre Haft - vorausgesetzt, der Schweizer hat den Interessen der FIFA vorsätzlich geschadet. Die UEFA reichte in Florida Klage ein, um die amerikanischen Tochtergesellschaften des Verbandes zur Herausgabe von Dokumenten zu zwingen.
FIFA wirft UEFA "böswilliges Handeln" vor
Wie die FIFA nun in ihrem 26 Seiten umfassenden Schreiben festhielt, unterstelle die UEFA damit "ohne jegliche Grundlage", dass Infantino persönlich von dem Deal profitiert hätte. "Die Behauptungen der UEFA, dass Herr Infantino gegen Gesetze oder ethische Grundsätze verstoßen habe, sind kategorisch unbegründet", hieß es. Europas Verband wurde auch "böswilliges Handeln" vorgeworfen.
Die FIFA-Reaktion ist die jüngste Episode in einem Konflikt, den der Weltverband seit Sommer mit der UEFA und anderen Konföderationen wie der CONCACAF (Nord-, Mittelamerika und Karibik) und der AFC (Asien) austrägt. Die Kontinentalverbände verlangen eine Reform der Führungsstrukturen, auch Infantinos Rücktritt wurde genannt. Unterstützung für den amtierenden Präsidenten kommt aus Afrika oder Südamerika.
UEFA und CONCACAF forderten Auszahlungen
Vor zehn Tagen forderten UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und CONCACAF-Präsident Victor Montagliani die FIFA auf, jedem ihrer 211 Mitgliedsverbände "mindestens zehn Millionen Dollar" aus den FIFA-Reserven auszuzahlen, die sie auf "rund sechs Milliarden Dollar" schätzten.
Infantino reagierte und signalisierte in einem Schreiben an die Präsidenten der sechs Konföderationen Gesprächsbereitschaft in Bezug auf eine bessere Verteilung der Ressourcen des Verbandes - ohne jedoch "die Höhe der entsprechenden Summe vorwegzunehmen". Infantino ist weiterhin der einzige Kandidat für seine Nachfolge als FIFA-Präsident. Bewerbungsschluss ist am 18. November.