Staatsschutz aktiv

Brand-Drohung von "Antifa" gegen "Negerbrot"-Konditorei

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In Klagenfurt sorgt derzeit die "Causa Negerbrot" für viel Aufregung. Die Konditorei Zehrer erhält Drohungen und das Landesamt für Staatsschutz hat sich eingeschaltet.
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In der Nacht auf Freitag hatte eine selbst ernannte "Widerstandskollektiv" die Schaufenster der Konditorei Zehrer am Alten Platz in Klagenfurt mit pinker Kreidenfarbe beschmiert und Plakate angebracht. In einer Aussendung teilte die Gruppe mit: "Die Botschaft ist klar: Rassismus hat keinen Platz in Klagenfurt, weder im Regal noch im Diskurs." Am Dienstag folgte der nächste Schock für den Besitzer.

Peter Nimmervoll, Chef der Klagenfurter Konditorei Zehrer und Schöpfer der heiß diskutierten "Negerbrot"-Schokolade, berichtet, dass er eine Drohung erhalten hat. Dabei wurde Nimmervoll über einen möglichen Brandanschlag auf sein Geschäft "informiert". Der Laden solle niedergebrannt werden, "so wie man das mit Läden von Nazis und Rassisten macht". Der Inhalt des Schreibens wurde auf Facebook mitgeteilt.

Als Absender gaben die Unbekannten eine "Antifa"-E-Mail-Adresse an. Nimmervoll erklärt gegenüber der "Kleine Zeitung": "Ich bin damit zur Polizei gegangen."

Staatsschutz ermittelt

Die Landespolizeidirektion (LPD) hat die Ermittlungen bestätigt. Das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung übernimmt diese. Eine Person hinter der Drohung konnte bisher nicht gefunden werden. LPD-Sprecher Werner Pucher sagt: "Wir sind über jeden Tipp aus der Bevölkerung dankbar." Wie es genau weitergeht, will weder die Polizei noch die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst im Innenministerium preisgeben.

Auf die Drohung muss auch der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider (Freie Soziale Bürgerpartei, FSP) reagieren. Eigentlich plante er mit Fraktionskollege und Vizebürgermeister Patrick Jonke am Samstag einen "Solidaritätseinkauf" bei Zehrer zu organisieren. Wegen der aktuellen Lage wurde dieser abgesagt. Jonke meint: "Ich gehe davon aus, dass wir das nachholen." Aus seiner Sicht sei der Begriff "nicht diskriminierend" und er möchte die Aufregung darüber nicht verstehen. Mit dem "Solidaritätseinkauf" wollten sie "ein starkes Signal" setzen.

Nimmervoll verteidigt Namensgebung

Wissenschaftlich ist es erwiesen, dass das "N-Wort" schon immer rassistisch konnotiert war. Nimmervoll wehrt sich gegen die Vorwürfe: "Mit Negerbrot-Schokolade bezeichnen wir keine Menschen, sondern eine traditionelle Süßwarenspezialität. Unzählige Zuschriften bestätigen uns in dieser Auffassung."

Der Stadttheaterintendant Aron Stiehl widerspricht der Erklärung und verurteilt Nimmervolls Produktnamen. Der Zehrer-Chef konfrontiert aus diesem Grund Stiehl mit Unterlassungsaufforderungen und einer möglichen Klage. Der frühere Universitätsprofessor und Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger kritisiert den Begriff in einem offenen Brief. 160 Menschen, darunter Ex-Landeshauptmann Peter Kaiser oder der frühere Superintendent Manfred Sauer, unterschrieben und unterstützen Schönbergers Meinung.