Die sogenannte "braune Herausforderung" funktioniert offenbar immer nach demselben Prinzip: Die Täter machen absichtlich ins Schwimmbecken und halten anschließend das Chaos mit ihren Handys fest.
Die Aufnahmen sollen danach in sozialen Netzwerken landen und möglichst viele Likes und Aufmerksamkeit bringen. Für die Badegäste bedeutet das: Ekel, gesperrte Becken und teilweise sogar Polizeieinsätze.
Laut dem spanischen Sender Cadena Ser soll es im vergangenen Jahr rund 300 solcher Fälle gegeben haben. In diesem Jahr seien bereits "Hunderte" bekannt geworden.
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Manche bringen die Hinterlassenschaft sogar mit
Besonders dreist sollen einige Täter vorgehen. Nach Angaben der Zeitung "La Razón" bringen manche die Fäkalien offenbar sogar in Plastiktüten mit, verstecken sie in der Badehose und entleeren sie erst im Wasser.
Für die Betreiber bedeutet jeder Vorfall einen enormen Aufwand. Das betroffene Becken muss geräumt, gereinigt und desinfiziert werden.
Eltern drohen 3000 Euro Strafe
In Burgos eskalierte ein solcher Fall nun. Ein Erwachsener beobachtete vier Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren dabei, wie sie im Schwimmbad El Plantío ihre Hinterlassenschaften im Wasser freisetzten.
Er verständigte die Polizei. Die Beamten nahmen die Personalien der Kinder auf. Nun könnte es für die Eltern teuer werden: Ihnen drohen jeweils bis zu 3000 Euro Bußgeld.
Zusätzlich können Schadensersatzforderungen für Reinigung und Desinfektion hinzukommen. Auch ein lebenslanges Hausverbot im Freibad ist möglich.
Für Burgos ist der Vorfall kein Einzelfall. Laut Bürgermeisterin Cristina Ayala war es bereits der sechste Fall dieser Art in diesem Jahr. Das Verfahren werde "bis zur letzten Konsequenz" verfolgt.
"Denen haben sie wohl ins Hirn geschissen"
In den sozialen Netzwerken sorgt der Trend für heftige Reaktionen. Viele Nutzer zeigen sich fassungslos über die Aktionen und werfen den Jugendlichen fehlenden Respekt und Verantwortungsbewusstsein vor.
Ein besonders drastischer Kommentar bringt die Wut auf den Punkt: "Denen haben sie wohl ins Hirn geschissen."
Doch Psychiater Andrés López warnt davor, die Jugendlichen einfach als "dumm" abzustempeln. Hinter solchen Aktionen könne auch der Wunsch nach Aufmerksamkeit, Anerkennung und Zugehörigkeit stecken.
Gerade soziale Netzwerke könnten diesen Effekt verstärken: Je absurder und ekelhafter eine Aktion ist, desto größer kann die Aufmerksamkeit sein – und damit für manche Jugendliche auch der Anreiz, sie nachzumachen.