Tischtennis-Wunder

China entthront! 19-Jähriger schockt Sportwelt mit Beichte

© IMAGO/Xinhua
Sora Matsushima verdrängt China von der Tischtennis-Spitze. Er trainierte fast jeden Tag – doch eine Aussage des Teenagers lässt aufhorchen.
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Die neue Nummer eins hat ein erstaunliches Verhältnis zu ihrem Erfolgsrezept. Sora Matsushima trainierte laut seinem Vater an 364 Tagen im Jahr. Jetzt steht der 19-jährige Japaner ganz oben in der Tischtennis-Weltrangliste. Nur eines fehlt in dieser Erfolgsgeschichte: der Spaß am Tischtennis.

"Tischtennis macht mir auch jetzt keinen Spaß. Ich strenge mich an, weil ich einen Traum habe", erklärte Matsushima im japanischen TV.

Matsushima ist der erste Japaner seit 1980 an der Spitze. Chinas durchgehende Führung seit 2018 ist beendet.

364 Tage Training für einen Traum

Sein großer Antrieb ist Olympiagold. Dafür arbeitet Matsushima beinahe ohne Pause. Vater Takashi erzählte in der Fernsehsendung von 364 Trainingstagen im Jahr. Ein freier Tag bleibt da übrig.

Matsushima redet seinen Alltag nicht schön. Er sagt offen, dass ihn das Ziel antreibt. Die Nummer eins ist erreicht, die olympische Goldmedaille fehlt noch.

Erst Babybett, dann Arbeitsplatz

Mit Tischtennis kam er in Kontakt, lange bevor er überhaupt einen Berufswunsch formulieren konnte. Seine Eltern waren selbst Spieler und arbeiteten als Trainer in Kyoto. Schon als Baby bekam Sora einen Schläger in die Hände.

Und manchmal wurde die Platte zum Babybett. Vater Takashi erzählte Nikkan Sports im Jänner 2025, dass die Eltern ihren Sohn dort gelegentlich schlafen legten. Das Klacken der Ballwechsel sei eine Art Schlaflied gewesen.

Mit einem Jahr habe Sora erste Ballwechsel geschafft. Mit drei begann das gezielte Training. Andere Kinder mussten zum Sport gebracht werden. Matsushima war schon da.

China verliert seinen Spitzenplatz

Der Aufstieg kam nicht über Nacht. Matsushima gewann 2025 das WTT-Champions-Turnier in Frankfurt, heuer folgte der Titel beim United States Smash. Weitere Spitzenresultate brachten ihn nach vorne.

Jetzt half auch die Ranglistenrechnung: Die Punkte des China Smash aus dem Vorjahr fielen aus der Wertung. Wang verlor dadurch Platz eins, Matsushima sprang von Rang drei an die Spitze.

China musste zuletzt schon eine andere Niederlage gegen Japan hinnehmen: Im Mannschaftsfinale der Asienspiele unterlag die Tischtennis-Großmacht vor zwei Wochen mit 2:3.

Zu den wenigen Spielern, die Chinas Führung in der Weltrangliste zuvor durchbrechen konnten, gehört auch Österreichs Werner Schlager. Nach seinem WM-Triumph 2003 stand er ganz oben.