In Deutschland
Darum läuten morgen ALLE Handys gleichzeitig
Am Donnerstag schlagen die Warnsysteme in ganz Deutschland gleichzeitig Alarm. Der bundesweite Warntag dient als geplanter Probealarm, bei dem Bund, Länder und Kommunen das technische Zusammenspiel ihrer Kanäle überprüfen. Eine akute Gefahr besteht nicht. Pünktlich um 11:45 Uhr ist die Entwarnung vorgesehen. Die Bedrohungslage im Land wird von Experten als hoch eingestuft, da Energieversorger Hackerangriffe abwehren, Drohnen über Kasernen gesichtet werden und Behörden vor Sprengstoffanschlägen warnen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte, dass jederzeit mit Anschlagsrisiken zu rechnen sei.
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Digitale Warnungen auf Handys
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) löst die zentrale Probewarnung um 11 Uhr aus. Auf den Smartphones wird die Meldung vor allem über Cell Broadcast empfangen, wofür keine Anmeldung oder Handynummer nötig ist. Das Gerät muss jedoch eingeschaltet sein, darf sich nicht im Flugmodus befinden und benötigt ein aktuelles Betriebssystem – mindestens Android 11 oder iOS 16.1. Ältere Modelle wie Apple-Smartphones vor dem iPhone 6s oder frühe Google-Pixel-Modelle empfangen die Nachricht nicht. Der Ton schrillt auch bei stummgeschalteten Geräten und erfordert kein weiteres Handeln. Zusätzlich kommen Warn-Apps wie "Nina", "Katwarn" und "Biwapp" zum Einsatz, bei denen Push-Meldungen sowie Standortfunktionen wie "Schutzengel", "aktueller Standort" oder "Wächter" aktiviert sein sollten.
Sirenen und regionale Besonderheiten
Über die Nutzung von Sirenen entscheiden die Kommunen selbst. In Bayern signalisiert ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton eine Warnung, woraufhin das Radio eingeschaltet werden sollte. Ein einminütiger Dauerton bedeutet Entwarnung, während drei Dauertöne von je zwölf Sekunden Einsatzkräfte alarmieren. In der Landeshauptstadt München gibt es keine Sirenen mehr, da das Netz nach dem Kalten Krieg komplett zurückgebaut wurde. Im Münchner Landkreis beteiligen sich hingegen elf Gemeinden wie Garching, Aschheim, Neubiberg, Ottobrunn und Unterföhring mit stationären oder mobilen Geräten.
Ziele und regelmäßige Termine
Die Entwarnung um 11:45 Uhr wird über die meisten genutzten Kanäle verbreitet, wobei Cell Broadcast erstmals auch für die Entwarnung erprobt wird. Der Test soll die Funktionsfähigkeit der Technik sichern und die Bevölkerung mit den Signalen für Notfälle wie Hochwasser, Großbrände oder Extremwetter vertraut machen. Der bundesweite Warntag findet seit 2020 regelmäßig am zweiten Donnerstag im September statt.