Erkältung
Darum werden wir oft ausgerechnet nach dem Urlaub krank
Eigentlich sollte man nach dem Urlaub erholt und voller Energie zurückkommen. Stattdessen passiert bei vielen genau das Gegenteil: Am ersten Arbeitstag beginnt der Hals zu kratzen, plötzlich ist man erschöpft oder eine Erkältung kündigt sich an. Doch warum erwischt es uns so häufig ausgerechnet dann?
Der Körper schaltet erst nach der Reise einen Gang zurück
Ein wichtiger Faktor ist Stress. Während des Urlaubs läuft der Körper häufig auf Hochtouren: lange Tage, wenig Schlaf, Reisen, Hitze, Alkohol, ungewohnte Essenszeiten und ständig neue Eindrücke. Kommt dann die Rückkehr nach Hause, fällt die Anspannung ab. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Körper durch die Entspannung plötzlich "krank wird". Vielmehr kann sich eine Infektion, mit der man sich bereits angesteckt hat, erst dann bemerkbar machen, wenn die Reise vorbei ist. Anhaltender Stress kann die Immunabwehr beeinträchtigen. Stresshormone wie Cortisol beeinflussen unter anderem Immunzellen, weshalb chronischer Stress die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen kann.
Im Urlaub schlafen wir oft schlechter
Auch der Schlafrhythmus gerät auf Reisen schnell durcheinander. Späte Abendessen, frühes Aufstehen für Ausflüge, lange Partynächte oder ungewohnte Betten können dazu führen, dass wir weniger schlafen als gewohnt. Dabei spielt Schlaf eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Zu wenig Schlaf kann die Abwehrkräfte beeinträchtigen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Bei Fernreisen kommt zusätzlich der Jetlag hinzu. Wer mehrere Zeitzonen überquert, bringt seine innere Uhr aus dem Takt. Müdigkeit, Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Verdauungsbeschwerden können die Folge sein.
Auf Reisen treffen wir auf mehr Viren
Und dann wäre da noch der offensichtlichste Grund: Auf Reisen kommen wir mit deutlich mehr Menschen in Kontakt. Flughäfen, Flugzeuge, Bahnhöfe, öffentliche Verkehrsmittel, Hotels und Restaurants bringen uns mit zahlreichen Menschen und gemeinsam genutzten Oberflächen in Kontakt. Dadurch steigt schlicht die Wahrscheinlichkeit, auf Viren oder andere Krankheitserreger zu treffen. Das bedeutet auch: Wenn Sie nach dem Urlaub krank werden, haben Sie sich möglicherweise schon während der Reise angesteckt. Die ersten Symptome treten aber erst einige Zeit später auf.
Auch die Klimaanlage kann eine Rolle spielen
Im Urlaub wechseln wir häufig zwischen großer Hitze draußen und stark klimatisierten Innenräumen. Dazu kommen trockene Luft im Flugzeug und eventuell zu wenig Flüssigkeit. Die trockene Kabinenluft kann beispielsweise dazu beitragen, dass die Schleimhäute austrocknen. Das macht die Reise zwar nicht automatisch krank, kann aber das Wohlbefinden beeinträchtigen. Bei Jetlag empfiehlt die Mayo Clinic deshalb unter anderem, ausreichend zu trinken.
Alkohol, Sonne und wenig Erholung tun ihr Übriges
Ein Cocktail am Abend, ein Glas Wein zum Essen oder eine lange Nacht gehören für viele zum Urlaub dazu. Gleichzeitig kann eine Kombination aus Alkohol, Hitze, viel Sonne, körperlicher Aktivität und zu wenig Schlaf den Körper zusätzlich belasten. Auch die Ernährung verändert sich häufig: Statt regelmäßiger Mahlzeiten gibt es Eis, Snacks, Restaurantbesuche und ungewohnte Speisen. Für die Verdauung kann das ebenfalls eine Herausforderung sein.
Und warum trifft es uns dann ausgerechnet am ersten Arbeitstag?
Weil der Urlaub nicht unbedingt die Ursache der Erkrankung ist. Häufig hat sich die Infektion bereits während der Reise angebahnt, während Schlafmangel, Stress und die vielen Belastungen des Urlaubs die Erholung des Körpers erschweren. Erst zu Hause werden die Symptome spürbar. Der berühmte "Post-Holiday-Blues" ist also nicht nur psychologisch: Nach Wochen voller Action braucht der Körper manchmal tatsächlich erst einmal eine Pause, bevor wir uns wieder fit fühlen.