Wir leben in bedrohlichen Zeiten. Dieser Sommer war geprägt von Hitzerekorden und Trockenheit. Ständig hören wir von neuen Naturkatastrophen - gerade ist das Wetterphänomen El Niño in aller Munde, das sich gerade aufbaut. Dazwischen hören wir von Kriegen und Atomaufrüsten. Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste.
Die Gefahr lauert überall
Was ist für die Menschheit eigentlich schlimmer? Der Klimawandel oder ein drohender Atomkrieg? Ein neuer Supervirus, der in irgendeinem Labor gezüchtet wird? Oder künstliche Intelligenzen, die sich irgendwann verselbständigen? Dieser Frage ist die "Lancet"-Kommission nachgegangen und hat mit Expert:innen die größten Gefahren für die Menschheit aufgelistet bis zum Jahr 2100 erstellt.
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Überraschender "Spitzenplatz"
Die große Überraschung: Auf dem ersten Platz landeten weder Kriege noch Erdbeben. Die größte Gefahr für die Menschheit - mit einem Auslöschungspotenzial von 23,1 - ist das Übergewicht. Platz zwei macht deutlich, dass Wissen nicht nur Macht ist, sondern auch unsere Gesundheit stark beeinflusst: Niedrige Bildung birgt das zweitgrößte Risiko.
Die 17 größten Gefahren im Überblick und ihr Auslöschungspotenzial:
- Übergewicht (23,1)
- Niedrige Bildung (16,1)
- Einkommensungleichheit (13,8)
- Böswillige KI-Nutzung (10,4)
- Atomkrieg mit nuklearer Hungersnot (9,4)
- Schlechte psychische Gesundheit (9,4)
- Ungesundes Altern (8,3)
- Konventionelle Kriege (7,7)
- Rauchen (7,1)
- Bluthochdruck (4,8)
- Antibiotikaresistenz (3,4)
- Natürliche Pandemien (2,4)
- Hoher Alkoholkonsum (2,4)
- Klimawandel (1,9)
- Luftverschmutzung (1,6)
- Kollaps der Entwicklungshilfe für die Gesundheit (1,5)
- Kindliche Mangelernährung (1,0)
Um das Auslöschungspotenzial (in Klammern angeführt) zu ermitteln, haben die Expert:innen berechnet, wie viele gesunde Lebensjahre wir in einem Worst-Case-Szenario im Vergleich zum Best-Case-Szenario verlieren. Bis zum Jahr 2100 könnten 23 Milliarden verlorene Lebensjahre durch eine gute Politik vermieden werden.