Blue Moon
Deshalb ist der Vollmond am 31. Mai so besonders
Hinter dem Begriff "Blue Moon" verbirgt sich ein spannendes astronomisches Phänomen. Anders als der Name vermuten lässt, färbt sich der Himmelskörper dabei jedoch nicht plötzlich blau. Vielmehr bezeichnet man damit im heutigen Sprachgebrauch den zweiten Vollmond innerhalb eines einzigen Kalendermonats.
Erste Vollmond
Da der Zeitraum von Vollmond zu Vollmond etwa 29,5 Tage dauert, ist dieses Ereignis rar. Da der erste Vollmond bereits am 1. Mai stattgefunden hat, wird der zweite am 31. Mai automatisch zum Blue Moon. Das Phänomen tritt im Durchschnitt nur alle zwei bis drei Jahre auf, woraus sich auch die englische Redewendung "Once in a blue moon" (deutsch: alle Jubeljahre einmal) ableitet. Der nächste Blue Moon wird erst wieder am 31. Dezember 2028 zu sehen sein.
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Ein historischer astronomischer Irrtum
Die moderne Definition geht auf ein Missverständnis zurück. In den 1930er-Jahren veröffentlichte der US-amerikanische "Maine Farmer’s Almanac" eine komplizierte Regel für den Blue Moon, die sich eigentlich auf einen zusätzlichen, vierten Vollmond innerhalb einer Jahreszeit bezog. Im Jahr 1946 interpretierte der Amateurastronom James Hugh Pruett diese Erklärung in einem Artikel jedoch falsch und vereinfachte sie auf zwei Vollmonde in einem Monat. Diese eigentlich fehlerhafte Definition verbreitete sich schnell weltweit und setzte sich dauerhaft durch.
Wann der Mond blau schimmert
Normalerweise sieht ein Blue Moon aus wie jeder andere Vollmond. Es gibt jedoch extreme Ausnahmen, bei denen der Erdtrabant durch die Erdatmosphäre tatsächlich bläulich wirken kann. Nach massiven Vulkanausbrüchen oder schweren Waldbränden gelangen winzige Asche- und Rauchpartikel in die Luft, die das rote Licht abschwächen. Berühmte Beispiele hierfür sind die Ausbrüche des Krakatau (1883), des Mount St. Helens (1980) sowie des Pinatubo (1991). Diese echten Verfärbungen stehen jedoch in keinem Zusammenhang mit dem kalendarischen Blue Moon.
Doppeltes Phänomen als Mikromond
Der anstehende Vollmond hält eine weitere Besonderheit bereit: Er ist gleichzeitig ein Mikromond und damit der kleinste Vollmond des Jahres. Da die Mondbahn elliptisch verläuft, befindet sich der Himmelskörper am Sonntag fast am Apogäum, dem erdfernsten Punkt seiner Umlaufbahn. Dadurch wirkt er rund 5,5 Prozent kleiner und etwa 10 Prozent lichtschwächer als ein gewöhnlicher Vollmond, was mit bloßem Auge allerdings kaum auffällt.
Tipps für das perfekte Smartphone-Foto
Für die Beobachtung ist keine Spezialausrüstung nötig. Der beste Zeitpunkt ist kurz nach Mondaufgang am Abend, wenn der Mond tief über dem Horizont steht. Wer den Blick nach Osten richtet, sieht das Spektakel am besten. Für ein gelungenes Foto mit dem Smartphone sollte man in der Kamera-App direkt auf den Mond tippen, um den Fokus einzustellen, danach manuell die Belichtung reduzieren und die Aufnahme über einen kurzen Timer starten, um Verwacklungen zu vermeiden.