Vertikale Stadt

Die Stadt braucht mehr Wohnraum – aber wo?

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Worauf es ankommt, wenn Städte wachsen und neuen Wohnraum schaffen müssen.
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Seit den 1980er-Jahren hat die Einwohnerzahl Wiens beständig zugenommen. Lebten damals noch 1,5 Millionen Menschen in der Bundeshauptstadt, sind es heute bereits mehr als zwei Millionen. Auch andere Städte wie Graz, Linz, Innsbruck und Salzburg verzeichnen einen kontinuierlichen Bevölkerungszuwachs – eine Herausforderung für die Stadtplaner allgemein und den Wohnbau im Speziellen.

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Mehr Fläche, weniger Grünland

Wenn eine Stadt wächst, kann das einerseits durch Verbauung des Umlandes geschehen. Ein aktuelles Beispiel ist die Seestadt Aspern in Wien, ein völlig neues Stadtviertel, das auf dem Areal des ehemaligen Flugfeldes Aspern errichtet wird. Bis zur Fertigstellung soll hier Wohnraum für mehr als 25.000 Menschen entstehen, dazu Arbeitsplätze und Freizeiteinrichtungen. – Eine ganze Stadt am Rand der Stadt also.

Doch eine Ausdehnung in die Breite bedeutet automatisch, dass landwirtschaftliche Nutzflächen oder Grünland versiegelt werden. Auch müssen die Menschen, die dort wohnen, immer längere Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz oder Stadtzentrum zurücklegen. Gleichzeitig ist eine solche räumliche Ausweitung gar nicht überall möglich: in Innsbruck zum Beispiel, wo steile Bergwände im Norden und im Süden das bebaubare Stadtgebiet einschränken. Es bleibt also der Weg nach oben.

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In den Himmel wachsen

Hochhäuser bieten viel Wohn- und Arbeitsraum auf vergleichsweise kleiner Grundfläche und gehören daher auch in österreichischen Städten zunehmend zum Stadtbild. Doch idealerweise umfassen moderne Hochhauskonzepte viel mehr als einfache Betonburgen, in denen Wohnungen über Wohnungen gestapelt werden. Architekten entwickeln heute multifunktionale Gebäude, in denen verschiedene Lebensbereiche vereint werden: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit finden unter einem Dach statt. Miteingeplant sind auch Gemeinschaftseinrichtungen sowie Grünflächen am Boden oder auf dem Dach. Sogar Gärten und kleine Wälder können vertikal angelegt werden – eine besondere Form der Fassadenbegrünung, die für viel Grün auf wenig Raum sorgt.

Verdichtung bringt mehr Wohnraum

Doch höhere Gebäude sind nicht die alleinige Lösung: Städte lassen sich auch anders verdichten, um aus begrenzter Fläche mehr Wohnraum herauszuholen. Tatsächlich sind es die mittelhohen, gemischt genutzten Quartiere, die in vielen Städten am besten funktionieren. Weil sie den Wohnraum verdichten, sich aber gleichzeitig leichter in die soziale Infrastruktur einbinden lassen.

Für alle Stadtentwicklungsprojekte gilt: Wenn die Anbindung an den öffentlichen Verkehr passt, wenn Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Gesundheitsversorgung in Reichweite sind und wenn bei der Wohnungsvergabe auf soziale Durchmischung geachtet wird, können moderne Quartiere auch auf lange Sicht zum wohnlichen Zuhause für viele Menschen werden.

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