In der norddeutschen Stadt Rostock sorgt ein ungewöhnlicher Plan für Streit: Die Stadtverwaltung will das klassische Beamtentum langfristig fast vollständig zurückfahren. Von derzeit 155 Verwaltungsbeamten sollen künftig nur noch rund zehn übrig bleiben. Feuerwehrbeamte sind von dem Vorhaben nicht betroffen.
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Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) begründet den Schritt vor allem mit Problemen bei der Personalplanung. Frei werdende Beamtenstellen sollen künftig in reguläre Angestelltenstellen umgewandelt werden. "Wir haben seit Jahren das Problem, dass es für unsere Verwaltungsbeamten eine gewisse Perspektivlosigkeit gibt", sagte Kröger zur Ostsee-Zeitung. Weil es nur wenige Beamtenstellen gebe, seien Aufstieg und berufliche Wechsel innerhalb der Verwaltung schwierig.
Auch die Besetzung freier Stellen sei zunehmend problematisch. Die Stadt setzt deshalb auf ein langfristiges Auslaufen des Beamtenstatus. Einige Spitzenpositionen sollen allerdings weiterhin mit Beamten besetzt werden, darunter die Leitung der Stadtkämmerei und des Gesundheitsamtes. Auch die Oberbürgermeisterin selbst bleibt als Wahlbeamtin im Amt.
Es geht ums Geld
Hinter dem Vorstoß stehen zudem finanzielle Überlegungen. Laut Bericht könnte die Stadt pro wegfallender Beamtenstelle fünfstellige Beträge sparen. Bei mehr als 100 Stellen könnte sich daraus langfristig eine Einsparung in Millionenhöhe ergeben.
Der Deutsche Beamtenbund kritisiert den Plan scharf. Landesgeschäftsführer Dietmar Knecht fordert, am Beamtenstatus festzuhalten, zeigt sich aber gesprächsbereit. Auch der hohe Krankenstand in der Rostocker Verwaltung sorgt für Diskussionen: Beschäftigte fehlen dort im Schnitt rund 30 Tage pro Jahr – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt.